Fabian Cancellara gewann, als erster Fahrer überhaupt, viermal bei den UCI-Strassenweltmeisterschaften, holte die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking und sicherte sich drei von fünf „Monumenten des Radsports“: Mailand-Sanremo (2008), die Flandern-Rundfahrt (2010) und Paris-Roubaix (2006 und 2010). Artikel lesen
Dani Wyss ist Familienvater und Wartungstechniker in einer Chemiefabrik im Schweizer Kanton Wallis, gleichzeitig ist er einer der stärksten Radsportler der Welt. Artikel lesen
Reto Schoch ist Ultracycling-Extremsportler und hat 2011/2012 das Race Across America, die Tortour Schweiz und das Race across the Alps gewonnen. Er trägt einen Doktortitel im Bereich Mikrosysteme und Mikroelektronik der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, hat nach seiner Promotion am MIT und der Stanford Universität gearbeitet und 2010 sein eigenes Start-up swissfluidics ag gegründet. Artikel lesen
Ironman-Sieger Ronnie Schildknecht ist ein leidenschaftlicher Athlet. Tägliches Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören für ihn dazu. Artikel lesen
Datum — 26. November 2012
Chris McCormack ist 4-maliger Triathlon-Weltmeister und tritt seit nahezu zwei Jahrzehnten als Profi-Sportler bei Wettkämpfen an. Der Autor des Bestsellers I’m Here to Win hält sich abwechselnd in Australien, Los Angeles und Zürich auf. Er gewann mehr professionelle Triathlon-Wettkämpfe als je ein anderer Sportler vor ihm. Seine Kollegen wählten ihn 2011 folglich zum grössten Triathleten in der Geschichte unseres Sports.
CChris’ Ziel ist es, auch weiterhin die Grenzen der Ausdauer auszutesten und sich selbst zu übertreffen. Das Alter ist dabei kein Hindernis. Gewinnen ist eine Geisteshaltung. Erfolg entsteht dabei zunächst einmal im Kopf und nicht im Körper. Chris hat drei Kinder, Tahlia (8), Sienna (5) und Flynn (1), und ist glücklich verheiratet.
Setze dir niemals Grenzen. Du kannst alles erreichen.
Was ist Ihre grösste Herausforderung im Training?
Die grösste Herausforderung beim Triathlon ist es, vielseitig zu sein. Auch wenn man sich in diesem Sport spezialisieren muss, so wollte ich doch aufzeigen, dass man durchaus Rennen unterschiedlicher Distanzen mit unterschiedlichen Abläufen gewinnen kann. Ich habe grosse Probleme mit Wettkämpfen, die in feuchten Gebieten stattfinden. Deswegen ist es sehr wichtig, dass ich weiss, wie mein Körper auf solche Bedingungen reagiert und was ich tun muss, um dennoch das Beste aus mir herauszuholen. Es war nicht einfach, den Ironman in Hawaii mehrmals zu gewinnen. Sportwissenschaftler meinten, dass mein Körper und meine Physiologie für eine solche Art von Belastungen nicht geeignet seien. Von daher musste ich mich auf die Suche nach Lösungen machen. Ich musste mich überzeugen, dass es doch möglich war, auch wenn jeder mir das Gegenteil sagte. Das war für mich das grösste Hindernis. Ich stellte fest, dass es sich viele sehr einfach machen: Sie sagen dir, was du nicht kannst, anstatt dir zu sagen, was du kannst.
Was war bisher Ihr grösster Erfolg?
Der zweimalige Gewinner des Ironman Hawaii – Jeder Sportwissenschaftler, mit dem ich zusammenarbeitete, sagte mir, dass ich diesen Wettbewerb niemals gewinnen werden könne. Ich solle bei Wettbewerben mit olympischen Distanzen bleiben, um eines Tages olympisches Gold zu gewinnen. Aber seit ich klein war, wollte ich immer nur den Ironman Hawaii gewinnen. Und nachdem mir alle sagten, dass dies für mich unmöglich sei, war es natürlich etwas ganz Besonderes, dieses Rennen zu gewinnen. Mein grösster Triumph.
Wie schaffen Sie es, genug Zeit für das Training zu finden?
Ich führe das Leben, das ich mir ausgesucht habe. Von daher ist es einfach für mich, Zeit zum Trainieren zu finden. Mein Leben dreht sich um mein Training und meine Gesundheit. Ich weiss es sehr zu schätzen, ein solches Leben, das auf Gesundheit und Wettbewerb ausgelegt ist, zu haben. Ein Leben, das es mir erlaubt, meine eigenen Grenzen auszuloten und zu erfahren, was ich zu leisten imstande bin. Nichts auf der Welt stellt dich dermassen auf die Probe wie ein Ausdauerwettkampf. Das macht süchtig.
Was ist der beste Rat, den Sie jemandem geben können, der sich einer sportlichen Herausforderung stellt?
Setze dir niemals Grenzen. Du kannst alles erreichen. Geniesse die Reise. Es ist ein für dich sehr persönliches Abenteuer, das dir viel zurückgeben wird. Weiss dies zu schätzen. Vergiss niemals den Spass, habe grosse Ambitionen und scheue kein Risiko.
Was treibt Sie an, woher kommt Ihre Leidenschaft für diesen Sport?
Ich bin sehr ehrgeizig, schon mein ganzes Leben lang. Ich denke, dass mein Antrieb daher rührt. Natürlich hat sich das alles über die Jahre weiterentwickelt, als ich nach und nach immer mehr über mich selbst erfuhr. Momentan bin ich aber auf diesem Ego-Trip. Ich möchte herausfinden, wie weit ich tatsächlich gehen kann. Wie schnell und wie perfekt ich sein kein. Es ist diese ganz persönliche Ambition, sich einer Perfektion anzunähern. Ich weiss nicht, ob das für Sie Sinn macht. Manche Leute wollen mir bloss meine Grenzen aufzeigen und mir sagen, was möglich und was nicht möglich ist. Ich werde aber weiter nach Wegen suchen, diese Grenzen immer wieder neu zu definieren. Ich liebe dieses Prozedere. Für mich ist der Weg, den ich beschreite, wichtiger als das tatsächliche Ziel. Ich werde mich auch in Zukunft noch selbst überraschen können, wenn ich nach Siegen meine Rennzeiten begutachte. Das ist einfach das Beste!
Denken Sie vor jedem Wettbewerb über bestimmte Strategien, Abläufe und Emotionen nach? Schätzen Sie positive Rivalitäten mit Gegnern und Teamkameraden?
Ich liebe den Konkurrenzdruck und gehe sehr positiv mit ihm um. Ich denke, dass jeder, der mich kennt, weiss, dass dies ein wichtiger Bestandteil meiner Persönlichkeit ist. Mein grösstes Plus als Sportler ist meine mentale Stärke. Ich plane viel und bin ein guter Stratege. Rivalitäten entstehen auf natürliche Weise und ich verstecke mich ganz bestimmt nicht, wenn es zu solchen Konflikten kommt. Man kann extrem davon profitieren, wenn man gut mit der Situation umgeht. Ich glaube fest an meine Ziele. Konkurrenzsituationen helfen mir dabei zu verstehen, was ich erreichen möchte. Ich kann frei darüber sprechen und mich dann der Herausforderung stellen. Sport hat einen recht egoistischen Antrieb. Gewinnen sogar noch mehr. Es kann nur einen Gewinner geben, wodurch man zwangsläufig zum Egoisten wird. Du kannst den ersten Platz nun mal nicht teilen. Wenn du das wirklich akzeptiert hast und du bereit bist, diesen Weg zu gehen, musst du auch ein bisschen selbstverliebt sein. Mit diesem Bewusstsein sind Rivalitäten doch einfach nur fantastisch. Man darf nur nicht die Kontrolle verlieren. Man muss seine Emotionen immer im Griff haben, um sein Schicksal in der eigenen Hand zu haben. Wenn du nervös wirst oder sich Selbstzweifel einschleichen, kann es sehr schnell zu Versagensängsten kommen, die sich, wie ein Krebsgeschwür, sehr schädlich auswirken können. Jeder, der mich kennt, wird Ihnen sagen, dass das meine grösste Stärke ist. Meine Fähigkeit, Kontrolle, Konzentration und Ehrgeiz aufrechtzuerhalten.
Ziehen Sie aus jedem Wettkampf Lehren, um Ihre Leistung weiter zu verbessern?
Der Lernprozess ist niemals abgeschlossen. Bei jedem Rennen, an dem du teilnimmst, lernst du etwas. Der Schlüssel dabei ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und schonungslos mit seinen Erfolgen und Misserfolgen umzugehen. Da muss das Ego dann auch mal ausser Acht gelassen werden, um sich eventuell selbst infrage zu stellen. Jedes Rennen ist Bestandteil einer Lernkurve. Jedes Mal sollte man etwas mitnehmen. Auch ich lerne nie aus. Die Zeit für mein Karriereende wird dann gekommen sein, wenn ich nichts mehr zu lernen habe. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird.
Denken Sie, dass Sport eine gute Vorbereitung auf das Leben ist?
Ich denke, dass Sport eine Metapher für das Leben ist. Er zeigt auf, dass nicht jede Reise zwangsläufig an das ursprünglich angedachte Ziel führt und dass Hindernisse, so gross sie auch sein mögen, jederzeit überwunden werden können. Teilweise muss viel Zeit und harte Arbeit investiert werden, aber wenn man kämpft und sich pusht, dann kommt man auch an sein Ziel. Durch den Sport lernt man, mit Fehlern umzugehen. Meiner Meinung nach sind Sportler viel ausgeglichener und mit sich selbst und ihrem Leben im Reinen. Ich selbst glaube nicht, dass jeder Sport ein Spiegelbild des Lebens sein kann, aber Triathlon und Ausdauerwettkämpfe kommen der Sache schon sehr nahe: Sie sind tough, vielfältig und unvorhersehbar. Unser Sport verlangt vieles von dir – vielleicht mehr als du bereit bist zu geben. Ständig wirst du auf die Probe gestellt. Ganz gleich, wie viele Ironman- und Ausdauerwettkämpfe du schon bestritten hast, du musst dich immer aufs Neue unter Beweis stellen und dabei auch leiden können. Diese Wettkämpfe sind genau so unberechenbar wie das Leben. Aus eben diesem Grund liebe ich diesen Sport so sehr.
Fabian Cancellara gewann, als erster Fahrer überhaupt, viermal bei den UCI-Strassenweltmeisterschaften, holte die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking und sicherte sich drei von fünf „Monumenten des Radsports“: Mailand-Sanremo (2008), die Flandern-Rundfahrt (2010) und Paris-Roubaix (2006 und 2010). Artikel lesen
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