Fotos — David Willen Datum — 1. April 2010
Keine Frage, IWC fertigt nach vorherrschender Definition Männeruhren. Gleichwohl zählen zu ihren besten Botschaftern viele Frauen, welche die Uhren mit Anmut und Stolz tragen und die Frage nach Männer- oder Frauenuhren so gut wie überflüssig machen. Wie z. B. Cate Blanchett, die grossartige Schauspielerin. Zur Gruppe der überzeugten IWC-Botschafterinnen gehört auch Christine Schlatter. Und das in vielerlei Hinsicht.
Für die Schaffhauserin sind die Uhren aus Schaffhausen eine Herzensangelegenheit, und das spüren die mehreren hundert Gäste, die sie jährlich durch die Manufaktur führt, auf Schritt und Tritt. Christine Schlatter ist eine der sechs Guides von IWC, die den Uhrenliebhabern aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen, wenn sie die Uhrenstadt am Rhein besuchen. Sie ist nicht nur eine gewinnende Frau, sondern auch eine überzeugende Botschafterin, da sie die Thematik von Grund auf kennt und versteht. Sie hat das Uhrenhandwerk von der Pike auf gelernt. Bei IWC natürlich.
Ihr Abschluss als Uhrmacherin fiel mit dem Aufkommen der batteriebetriebenen Uhren zusammen. Es war ein Schock, dass die hochpräzisen und hochkomplexen Mechanikwerke, die zusammenzubauen man in vier langen Lehrjahren gründlich gelernt hatte, plötzlich nichts mehr taugen sollten. Es blieb ihr damals nichts anderes übrig, als ebenfalls Spülchen aus haarfeinen Kupferdrähten zu wickeln, welche die Uhren der neuen Zeit anzutreiben helfen. Doch nach der grossen Uhrenkrise liess die Renaissance der mechanischen Uhren glücklicherweise nicht lange auf sich warten, und die handwerklichen, mechanischen Uhren haben ihre Attraktivität und Faszination bis heute steigern können.
Wenig überraschend, dass für Christine Schlatter das Innenleben der Uhren immer wichtiger ist als die Form, wenn auch die Verpackung stimmen muss, wie sie schmunzelnd zugibt. Mit ihrem Fokus auf die Seele will sie wohl ausdrücken, dass es sie sonst gar nicht brauchen würde. Denn ihre Gäste, die sich in der Regel über ein Jahr gedulden müssen, bis sie an einer Führung teilnehmen dürfen, sind anspruchsvoll. „Sie sind wissbegierig und kommen bestens vorbereitet zu IWC.“
Der Höhepunkt einer Tour ist stets der Moment, wenn die Uhrenliebhaber am Schluss die Kollektion in die Hände nehmen können. „Zu sehen, welche Freude und Begeisterung dann herrscht, gibt mir jedesmal die grösste Befriedigung.“ Die Botschafterin von IWC, die in Neuhausen vor den Toren der Stadt geboren ist, freut sich ebenso, dass das Aushängeschild von Schaffhausen über 140 Jahre dem Standort treu geblieben ist – und hier weiter wächst. Und das zudem umweltbewusst, wie die Mutter zweier erwachsener Töchter unterstreicht.
Uhren bleiben ihre Leidenschaft. Die erste IWC-Uhr war eine Yacht Club, ein Geschenk. Ihr erklärter Liebling ist die Portofino Romana mit ewigem Kalender – neben noch manchen anderen. Ist noch ein Wunsch offen? „Eine mit einer Stimmgabel“, lacht sie. Da wird die Auswahl ganz klein und exklusiv – eine Portugieser Minutenrepetition. Wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis Christine Schlatter eine solche Preziose nach Hemmental in den Schaffhauser Randen trägt, wo sie wohnt und den örtlichen Damenturnverein leitet – und da wohl mit dem gleichen Enthusiasmus auftritt wie bei IWC.
Zu sehen, welche Freude und Begeisterung dann herrscht, gibt mir jedesmal die grösste Befriedigung
—Christine Schlatter