Weitere Erkundung
IWC_Perfectionists
Perfektionisten schaffen elegante Innovationen

Für jedes neue Manufakturwerk arbeiten bei der IWC in Schaffhausen rund 20 Spezialisten aus verschiedenen Abteilungen zum Teil jahrelang intensiv zusammen. Dabei kreieren die Konstrukteure mit der Hilfe moderner Computertechnologie durchdachte Lösungen, die durch ihre Eleganz verblüffen.

Haute_Horlogerie_quer
Hochspannung im Federhaus

Damit sich die Mechanik einer Uhr in Bewegung setzt, muss sie mit Energie aufgeladen werden. Für das Spannen der Feder schwören die einen auf das Aufziehen von Hand und die liebevolle Interaktion mit der kleinen Maschine. Andere sind fasziniert vom Automatikmechanismus, der den Zeitmesser allein durch die Bewegung am Handgelenk praktisch ewig am Laufen hält.

IWC Oils
Die Zeit Läuft Wie Geschmiert

Rund 50 Stellen im Werk werden deshalb je nach spezifischer Beanspruchung mit einem halben Dutzend verschiedenen, speziell für Armbanduhren entwickelten Ölen und Fetten behandelt.

Testlabor

Dauerbaden im warmen Salzwasser und Schwitzen in der Klimakammer: Neue Uhrenmodelle der IWC Schaffhausen werden im Testlabor im Rahmen einer umfassenden Zulassungsprozedur in bis zu 50 Testschritten auf Herz und Nieren geprüft, damit sie später für mehr als nur Alltägliches an den Handgelenken ihrer Besitzer gewappnet sind.

Sound_check_engine_AMG_972x426
Sound Check

Wie die Ingenieure bei Mercedes-AMG im Süddeutschen Affalterbach die Motoren richtig zum Klingen bringen.

HALF_WAY_TO_THE_MOON_Trucks_972x426
EINE HALBE MONDREISE

30 Tonnen in 10.000 Einzelteile zerlegtes material und mindestens 60 Spezialisten des MERCEDES AMG PETRONAS Formula One™ team folgen dem FORMEL-1-Zirkus über fünf Kontinente. damit alles immer termingerecht am richtigen Ort ist, ist ein perfekt ausgeklügeltes System genauso notwendig wie jede Menge Improvisationstalent.

Grande Complication Dial Explained
Kleine Welt

Zeit bewegt die Welt. Knapp, aber anspruchsvoll fasst die IWC Portugieser Grande Complication den Satz von der Zeit als dem Motor aller Veränderungen zusammen. Eine Zeitmaschine, die auf dem Zifferblatt die geneigte Weltkugel zeigt.

89800 Calibre Movement
DIGITALE EWIGKEIT

Ist die Ewigkeit eine Scheibe? Beim 2009 erstmals in der Da Vinci Perpetual Calendar Digital Date-Month verwendeten Manufakturkaliber 89800 wurde die digitale Datumsanzeige neu definiert: Die dreifache Scheibenanzeige des ewigen Kalenders zeigt im Grossformat Tagesdatum sowie Monat und etwas dezenter den Schaltjahreszyklus an. Alles genial miteinander synchronisiert.

Entdeckungsreise

Da Vinci Chronograph Ceramic

Samtene Spitzentechnik am Handgelenk

Text — Boris Schneider Fotos — Felix Streuli und Hans-Ruedi Rohrer Datum — 1. Juli 2010

teilen:
—Die Da Vinci Chronograph Ceramic (Referenz 3766) besticht mit einer exklusiven Kombination aus Keramik und poliertem Titan

Bei Keramik denkt man zuerst an Geschirr, Blumenvasen und Badezimmerfliesen. Doch keramische Werkstoffe haben in den letzten Jahren immer neue Anwendungsgebiete erobert. Das liegt an den einmaligen Eigenschaften dieser gebrannten, anorganischen Rohstoffe: Sie sind extrem hart und korrosionsbeständig, hitzeresistent, wirken elektrisch isolierend und verfügen trotz geringer Dichte über eine hohe Formstabilität. So bewahren keramische Kacheln Raumfähren beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vor dem Verglühen. Die gute Verträglichkeit mit lebendigem Gewebe prädestiniert das Material zudem für künstliche Knochen, Gelenke oder zahntechnische Implantate.

Seit einiger Zeit befindet sich Keramik auch in der Luxusgüterindustrie auf dem Vormarsch: Sie ist äusserst kratzfest, leichter als Stahl und hat eine unvergleichliche, seidenartige Haptik. Das macht sie für die Verwendung in Uhren und Schmuck attraktiv. Hier kommt ein weiterer Vorteil zum Tragen: Anders als Metall wird Keramik im Winter nicht kalt und liegt immer angenehm auf der Haut. Als einer der ersten Uhrenhersteller hat IWC schon 1986 die Da Vinci mit einem Gehäusering aus Zirkonoxid lanciert. „Mit der neuen Da Vinci Chronograph Ceramic und ihrem geometrisch anspruchsvollen sowie aufwendig produzierten Gehäuse aus Keramik und Titan stellen wir unsere Innovationskraft erneut unter Beweis“, hält Jannis Faupel, Senior Product Manager bei IWC, stolz fest.

Das Wort Keramik hat seinen Ursprung im Altgriechischen. Keramos ist die Bezeichnung für Tonmineralien und die formbeständigen Erzeugnisse, die durch das Brennen im Ofen daraus hergestellt werden. Die Fabrikation von aus Ton gebrannten Gegenständen ist eine uralte Kulturtechnik der Menschheit. Die ersten bekannten Gefässe stammen aus der japanischen Jōmon-Kultur und datieren um 13 000 vor Christus. Aus Asien kommend, verbreitete sich die Technologie langsam um die Welt.

Mit Töpferware hat die heutige technische Keramik allerdings nur noch wenig gemein. Sie wurde in ihren Eigenschaften für ganz spezifische Anwendungen optimiert. Vom Geschirr unterscheidet sie sich etwa durch die höhere Reinheit und die exakt gleich grossen Körner des Ausgangsmaterials, aber auch hochspezifische Brennverfahren. In der Regel wird das Werkstück aus einer Pulverrohmasse, einem Bindermaterial und Flüssigkeit geformt, bevor es im sogenannten Sintervorgang bei Temperaturen von über 1000 Grad Celsius gebrannt wird. Erst das Sintern verschafft dem Material seine typischen Eigenschaften.

Anders als Brot, das beim Backen aufgeht, schrumpfen keramische Werkstücke während des Brennens um etwa ein Drittel. Darin liegt auch der grösste Unterschied zu den Metallen: Während diese direkt nach der Verhüttung – dem Ausschmelzen aus dem Erz – ihre finalen Eigenschaften aufweisen, sind Verhalten, Form und Grösse von Erzeugnissen aus Keramik untrennbar mit den einzelnen Herstellungsschritten verbunden. Die Ingenieursleistung besteht somit in der gezielten Beeinflussung der Materialstruktur beim Brennprozess. Der Grössenverlust muss in die frühe Konstruktionsphase mit einberechnet werden.

In den letzten Jahren wurden im sogenannten Keramikspritzguss grosse Fortschritte erzielt. Dieses Verfahren ist stärker industrialisiert und bietet Vorteile gegenüber der herkömmlichen Presstechnik. Hinzu kommt, dass es ähnlich dem Kunststoffspritzguss nahezu grenzenlose Möglichkeiten in der Formgebung eröffnet. Dadurch wurde eine effiziente Serienfertigung von filigranen Strukturen und komplexen Geometrien aus Keramik erst möglich. Nur wenige Spezialisten auf der Welt beherrschen das komplexe Verfahren.

Weil das Uhrwerk im Keramikgehäusering sitzt, müssen sehr kleine Herstelltoleranzen eingehalten werden

Weil das Uhrwerk ohne einen zusätzlichen Werkring aus Metall direkt im Keramikgehäusering sitzt, müssen Schleifoberflächen und Herstelltoleranzen exakt abgestimmt sein. Auch für die Wasserdichtheit der Uhr ist diese Genauigkeit unabdingbar. Das Gehäuse beherbergt zudem verschiedene funktionale Elemente, die präzis passen müssen. So auch zwei Wipptasten, deren Bewegung durch Drückerstifte aus verschleissfreier Keramik ins Werk übertragen wird. „Die Schwierigkeit besteht darin, festzulegen, welche Positionen schon nach dem Sinterprozess auf Fertigmass hergestellt sein müssen und wofür weitere Bearbeitungsschritte nötig sind“, umreisst Thomas Indlekofer, Project Manager Case bei IWC, die Herausforderung. Immer muss im Auge behalten werden, dass das Gehäuse beim Brennen schrumpft. Bis der Prozess einwandfrei funktionierte und das gewünschte Resultat lieferte, hatten die Konstrukteure von IWC und die Ingenieure von Formatec unzählige Detailfragen zu klären.

Die Herstellung ist in der Tat sehr aufwendig. Während Kunststoffe sich beim blossen Erhitzen verflüssigen, muss bei der Keramik das pulverförmige Ausgangsmaterial zuerst in eine homogene Masse verwandelt werden. Dafür wird dem Zirkonoxid ein thermoplastisches Bindemittel beigemischt. Als gebundenes Granulat kann es bei einer Temperatur von 170 Grad Celsius in die Form gespritzt werden. Weil der Gehäusering teilweise sehr dicke Partien aufweist, ist die Gefahr von Lufteinschlüssen gross und die Kontrolle des Gusses eine Herausforderung. Mit dem Abschluss des Gusses entsteht der sogenannte Grünling. Jeder wird einzeln gründlich auf seine Oberflächenbeschaffenheit hin untersucht und dann mit ersten präzisen Bohrungen weiter bearbeitet.

Nach der Grünbearbeitung wird das Bindemittel mit Schwefelsäure herausgelöst. Der so entstandene Weissling wird während rund zwei Tagen bei einer Temperatur von 1500 Grad Celsius gebrannt. Während des Sinterns schrumpft er auf seine endgültige Grösse und erhält sein edles, schwarzes Aussehen. Die Behandlung mit dem Sandstrahler verleiht ihm eine matte Oberfläche. Im Schleifprozess werden schliesslich mit feinsten Diamantwerkzeugen die Löcher und restlichen Geometriemerkmale exakt auf die zulässigen Toleranzen erweitert.

Für Glasfassung, Boden, Krone und Tasten des Gehäuses kommt die Titanlegierung der Güteklasse 5 zur Anwendung. Sie erlaubt grosse Freiheiten bezüglich der Oberflächengestaltung. Weil dieses Material nicht prägbar ist, werden die Teile von einem Wasserstrahlschneider zugeschnitten und in einem aufwendigen und langwierigen Fräsprozess auf ihre finale Form gebracht. Beim fertigen Gehäuse sticht der wunderschöne Kontrast von poliertem bzw. satiniertem Titan und mattschwarzer Keramik sofort ins Auge. Bis alle Komponenten fertiggestellt und montiert sind, vergehen mehrere Wochen. Der Besitzer jedoch erfreut sich ein ganzes Leben lang am einmaligen Traggefühl und edlen Äusseren der Da Vinci Chronograph Ceramic.

Weitere Erkundung
IWC_Perfectionists
Perfektionisten schaffen elegante Innovationen

Für jedes neue Manufakturwerk arbeiten bei der IWC in Schaffhausen rund 20 Spezialisten aus verschiedenen Abteilungen zum Teil jahrelang intensiv zusammen. Dabei kreieren die Konstrukteure mit der Hilfe moderner Computertechnologie durchdachte Lösungen, die durch ihre Eleganz verblüffen.

Haute_Horlogerie_quer
Hochspannung im Federhaus

Damit sich die Mechanik einer Uhr in Bewegung setzt, muss sie mit Energie aufgeladen werden. Für das Spannen der Feder schwören die einen auf das Aufziehen von Hand und die liebevolle Interaktion mit der kleinen Maschine. Andere sind fasziniert vom Automatikmechanismus, der den Zeitmesser allein durch die Bewegung am Handgelenk praktisch ewig am Laufen hält.

IWC Oils
Die Zeit Läuft Wie Geschmiert

Rund 50 Stellen im Werk werden deshalb je nach spezifischer Beanspruchung mit einem halben Dutzend verschiedenen, speziell für Armbanduhren entwickelten Ölen und Fetten behandelt.

Testlabor

Dauerbaden im warmen Salzwasser und Schwitzen in der Klimakammer: Neue Uhrenmodelle der IWC Schaffhausen werden im Testlabor im Rahmen einer umfassenden Zulassungsprozedur in bis zu 50 Testschritten auf Herz und Nieren geprüft, damit sie später für mehr als nur Alltägliches an den Handgelenken ihrer Besitzer gewappnet sind.

Sound_check_engine_AMG_972x426
Sound Check

Wie die Ingenieure bei Mercedes-AMG im Süddeutschen Affalterbach die Motoren richtig zum Klingen bringen.

HALF_WAY_TO_THE_MOON_Trucks_972x426
EINE HALBE MONDREISE

30 Tonnen in 10.000 Einzelteile zerlegtes material und mindestens 60 Spezialisten des MERCEDES AMG PETRONAS Formula One™ team folgen dem FORMEL-1-Zirkus über fünf Kontinente. damit alles immer termingerecht am richtigen Ort ist, ist ein perfekt ausgeklügeltes System genauso notwendig wie jede Menge Improvisationstalent.

Grande Complication Dial Explained
Kleine Welt

Zeit bewegt die Welt. Knapp, aber anspruchsvoll fasst die IWC Portugieser Grande Complication den Satz von der Zeit als dem Motor aller Veränderungen zusammen. Eine Zeitmaschine, die auf dem Zifferblatt die geneigte Weltkugel zeigt.

89800 Calibre Movement
DIGITALE EWIGKEIT

Ist die Ewigkeit eine Scheibe? Beim 2009 erstmals in der Da Vinci Perpetual Calendar Digital Date-Month verwendeten Manufakturkaliber 89800 wurde die digitale Datumsanzeige neu definiert: Die dreifache Scheibenanzeige des ewigen Kalenders zeigt im Grossformat Tagesdatum sowie Monat und etwas dezenter den Schaltjahreszyklus an. Alles genial miteinander synchronisiert.