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The Man’s Guide to
Haute Horlogerie

Die Entwicklung und ständige Verbesserung von Uhrwerken, Funktionsanzeigen und Gehäusen ist in Schaffhausen seit 1868 Teil der Firmenphilosophie. So sind Komplikationen wie ewiger Kalender, Konstantkraft-Tourbillon und Minutenrepetition nicht nur historische Errungenschaften der Uhrmacherkunst, sondern auch Ergebnisse eigener Konstruktions- und Entwicklungsarbeit. Mit der siebenteiligen Videoserie “The Man’s Guide to Haute Horlogerie” erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die faszinierende Welt der Haute Horlogerie aus Schaffhausen.

Ein Atelier am Rhein

Haute Horlogerie bedeutet wörtlich übersetzt „hohe Uhrmacherei“. In gewisser Hinsicht ist jede Form der feinen Uhrmacherkunst „hoch“ – die Herstellung einer feinen Uhr bei IWC erfordert Finesse, Kunstfertigkeit und minutiöses Geschick.

TAMPONDRUCK

Wer die grau lackierte Türe mit dem kleinen Guckfenster im Industriegebiet von Neuhausen bei Schaffhausen öffnet, taucht mit den Ohren in einen langsamen Techno-Rhythmus ein.

Jetzt ist Sternzeit

Die Portugieser Sidérale Scafusia ist ein weiterer Stern am strahlenden Firmament der Haute Horlogerie von IWC Schaffhausen. Zehn Jahre intensiver Entwicklungsarbeit sind in dieses beeindruckende Meisterwerk geflossen

Ein Traum von einer Uhr

Die Grande Complication erlebte ihren 20. Geburtstag im neuen Gehäuse und als Mitglied der Portugieser-Familie – in Sachen Alltagstauglichkeit und in der Summe ihrer faszinierenden Funktionen nach wie vor unerreicht

Willkommen im Club

Der legendäre Name jener schlichten Uhr mit Automatikaufzug und dem federnd im Gehäuse gelagerten Uhrwerk ist zurück

Ikonen des guten Stils

Einen grossen Auftritt als klassische Uhrenschönheit feiert die Portugieser Automatic, deren zeitlose Eleganz auf technische Perfektion trifft

Die Diva der Portugieser-Familie

Aus der Portugieser Tourbillon Mystère wurde jetzt die Portugieser Tourbillon Mystère Rétrograde. Mit einer am Monatsende zurückspringenden Datumsanzeige

Entdeckungsreise

Ingenieur Doppelchronograph Titan

Männerträume werden wahr

Text — Manfred Fritz Datum — 31. August 2011

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—Die neue IWC Ingenieur Doppelchronograph in Titan ist ein Zeitwerkzeug erster Güte und ein Meisterstück der Ingenieurskunst

Den Spezialisten in Schaffhausen ist mit der neuen Ingenieur Doppelchronograph Titan (Ref. 3765) eine ganz ausserordentliche Leistung gelungen: ein Meisterstück der Ingenieurskunst im wahrsten Sinne, das optisch und bedienungstechnisch über alles hinausgeht, was bisher das uhrmacherische Adelsprädikat „Ingenieur“ zwischen dem stilisierten Blitz auf dem Zifferblatt trug. Ein neues Spitzenprodukt der legendären Uhrenfamilie, die auf das Entstehungsjahr 1954/55 zurückgeht. Und die der immer schon technisch angehauchten Uhrenmarke IWC seit über einem halben Jahrhundert den Stempel aufdrückt.

Zuerst das Ungewöhnliche: Nur ganz selten in der Geschichte der Uhrenfamilie fand der geradezu prädestinierte Hightech-Werkstoff Titan zur Ingenieur. Neben einigen schlichten Modellen in den 1980er und 1990er Jahren waren das nach 2005 die Uhren der Mercedes-AMG®-Serie.

Ansonsten hat sich stets der zwar weniger anspruchsvolle, aber optisch gefälligere Werkstoff Edelstahl – poliert und satiniert – mehrheitlich gegen das Metall mit dem dominanten Graufaktor durchgesetzt. Der Stahlliebhaber nimmt dafür auch den gewichtigen Nachteil in Kauf, dass eine Uhr ab einer gewissen Grösse und einem bestimmten Volumen zwangsläufig zum edlen Klotz am Arm werden kann. Zumal dann, wenn sie auch noch mit einem massiven Metallband kombiniert ist. Die Uhr Ingenieur Automatic Mission Earth ist inklusive Stahlband mit 245 Gramm zum Beispiel ein echtes Stück „Heavy Metal“. Gemacht für Männer, die ihre Uhr am Arm spüren wollen.

Dabei verfügt IWC über jahrzentelange Erfahrung und Kompetenz beim Umgang mit dem zähen, beständigen, amagnetischen, praktisch unverwüstlichen und besonders hautfreundlichen Werkstoff Titan, da sie als eine der ersten Manufakturen den Werkstoff Titan für Uhrengehäuse verwendet hat. Seit sie – damals in Kooperation mit dem Gestalter F. A. Porsche® – die „Provokation“ in der eher klassisch denkenden Schweizer Uhrenindustrie wagte, ein hochwertiges Uhrengehäuse aus etwas anderem als Stahl, Gold oder Platin zu fertigen. Der erste Titan-Chronograph wurde 1980 zu einem bedeutsamen Erfolg. Und zusammen mit den anderen grauen Boliden wie der Taucheruhr Porsche Design by IWC Ocean 2000 (Ref. 3524) oder der später auch in Titan hergestellten Kompasssuhr Porsche Design by IWC (Ref 3511) zum Startzeichen einer neuen Sportlichkeit im Uhrengehäusebau, das viele Nachahmer fand.

Das Ingenieurwesen ist die hohe Kunst, aus technischen Herausforderungen überlegene Lösungen zu machen. Und so ist es auch bei allem, was als Uhr auf diesen Namen hört

Die IWC-Ingenieure fanden in den 1970-Jahren in Zusammenarbeit mit Werkzeugherstellern clevere Lösungen, um den zähen Werkstoff Titan auf den eigenen Maschinen für die Serienherstellung zu bearbeiten. Die IWC hat sich das Knowhow für die schwierige Bearbeitung und thermische Behandlung von Titan bei den Experten vor allem der Luft- und Raumfahrt in halb Europa zusammengesucht.

Und die meiste Zeit seither, auch nachdem die Zusammenarbeit mit Porsche Design Ende der 1990er Jahre aufgelaufen war, gab es Uhren aus dem Zukunftswerkstoff in der Kollektion. Zuerst in der GST-Familie und in der danach neu herausgebrachten Aquatimer-Familie, dort vor allem für die besonders grossen oder extrem strapazierfähigen Modelle mit professionellem Anspruch. Die AMG-Ingenieur wurde schon erwähnt. Das Thema Titan gehört wie ein Stück des innovativen Erbes zur Marke, neben anderen Hightech-Werkstoffen wie Keramik – in der aktuellen Da Vinci Chronograph Ceramic (Ref. 3766) finden die beiden Werkstoffe geradezu programmatisch zusammen.

Und jetzt also die neue Ingenieur Doppelchronograph Titan, die bei einem Gesamtgewicht von 130 Gramm nicht nur Marscherleichterung für den Träger ansagt, sondern auch uhrmacherische Features an Bord hat, die bisher ebenfalls noch nie mit der Ingenieur verschwistert waren. Dazu gehört an erster Stelle die Komplikation des Chronographen-Schleppzeigers, in der französischen Diktion auch Rattrapante genannt.

Bei der IWC hatten in den späten 1980er Jahren Kurt Klaus und Richard Habring diesen im Prinzip schon sehr alten Mechanismus in wesentlichen Punkten neu konstruiert und vor allem betriebssicherer gemacht, um damals die Da Vinci und den legendären Fliegeruhren- Doppelchronographen damit auszustatten. Der „Doppelflieger“ gilt heute noch als Inbegriff einer technisch anspruchsvollen, virilen und aufgrund seiner Schnörkellosigkeit typischen IWC Uhr. Unter Anhängern der Marke ist sie ein diskretes, wenn auch kaum zu übersehendes Erkennungszeichen. Was Klaus und Habring machten, war die Transformation eines zarten Mechanismus in die vollkommene Alltagstauglichkeit. Was sich bis heute dem täglichen Beweis stellt. Denn mit der Fliegeruhr Spitfire Doppelchronograph (Ref. 3718) und der Fliegeruhr Doppelchronograph Edition Top Gun (Ref. 3799) sind zwei markante Strapazieruhren damit ausgestattet.

Ingenieur Doppelchronograph Titan

Details ansehen

Beim Doppelchronographen handelt es sich nicht um zwei getrennte Chronographen in einer Uhr, sondern um eine Ausweitung der Stoppfunktionen des Chronographen durch den besagten Schleppzeigermechanismus. Vereinfacht gesagt: Wenn der Chronograph durch Tasten druck in Gang gesetzt, sprich: an den Lauf des Uhrwerkes angekoppelt wird, setzen sich zwei übereinander angeordnete Stoppzeiger aus der Mitte in Gang. Normalerweise ist es nur einer, der dort seine Minutenrunden dreht, die vom sogenannten Minutenzähler bei 12 Uhr bis 30 Minuten lang addiert werden. Danach springt der Stundenzähler, der sich gegenüber bei 6 Uhr befindet, um einen Halbstunden-Teilstrich weiter; der 30-Minuten-Zähler beginnt seine Runde wieder von vorne. Damit ist es möglich, eine – auch mehrfach unterbrochene – Additionszeitmessung zu machen, für die es viele sinnvolle Nutzanwendungen gibt.

Dieser einfache Zeitmessvorgang ist genau so auch mit dem Doppelchronographen möglich. Und man wird die Existenz des zweiten Chronographenzeigers aus der Mitte nicht einmal bemerken. Aber er hält eben noch die Möglichkeit einer zweiten Zeitmessung innerhalb des Minutendurchganges in Reserve: Drückt man bei eingeschaltetem Chronographen die dritte Taste bei 10 Uhr, bleibt einer der beiden Chronographenzeiger – es ist der obere – stehen, während der andere weiterläuft, bis man ihn mit der regulären Start-Stopp-Taste bei 2 Uhr anhält. Auf diese Weise lassen sich zwei verschiedene Kurzzeiten messen. Ein zweiter Druck auf die Rattrapante-Taste bringt den Schleppzeiger augenblicklich wieder mit dem Chronographenzeiger in Deckung, egal ob dieser gerade läuft oder gestoppt ist. Er eilt ihm – wörtlich – nach. Von „rattraper“ für nachlaufen, einholen stammt auch die französische Bezeichnung. Die englische Bezeichnung dafür lautet „split second“.

Diese „Uhr in der Uhr in der Uhr“ ist technisch eine feine, aber uhrmacherisch auch anspruchsvolle Sache und deshalb relativ selten. Man wird die faszinierende Funktion nicht ständig brauchen, aber vermutlich häufig mit ihr spielen. Die Umsetzung verlangt grosse uhrmacherische Erfahrung. Die IWC-Konstruktion hat auch mit dem Restrisiko Schluss gemacht, dass die Schaltung bei zu zaghafter oder zögerlicher Bedienung der Taste nicht ausgelöst wird.

Die neue Ingenieur Doppelchronograph Titan mit dem bewährten Cal. 79230 im 45 Millimeter grossen Gehäuse überrascht indes auch mit einem unglaublich starken Auftritt. Zum ersten Mal sind die fünf typischen Bohrungen, mit denen bisher die Glasfassung mit einem Spezialwerkzeug abgenommen werden konnte, durch fünf Edelstahlschrauben ersetzt worden, die eine schwarze Spezialbeschichtung (ADLC: amorphous diamondlike carbon) erfahren. Schon dieses Detail verändert die Optik des bisherigen Ingenieur-Gehäuses signifikant und verleiht ihm einen noch markanteren technischen Touch. Maschinenbau pur! Ins Auge fallen daneben die schwarzen Bedienungselemente, Tasten des Doppelchronographen, Krone und Kronenschutz. Sie sind nach dem gleichen Verfahren vulkanisiert wie die Aussenhaut der schwarzen Taucheruhr Aquatimer Chronograph Edition Galapagos Islands (Ref. 3767). Kein stilistischer Gimmick, sondern eine ideale Methode, die Haptik und Griffigkeit der wichtigen Bedienungselemente zu optimieren.

Schliesslich das Gesicht der neuen Uhr: Das Balkenmuster der deutlichen, aufgesetzten Indizes entspricht der bisherigen Stilistik der Uhrenfamilie. Die Datums- und Wochentagsanzeige ist an ihrem gewohnten Platz bei 3 Uhr. Erstmals kommt aber für alle „zählenden“ Anzeigen des Chronographen zwecks leichterer Erfassbarkeit die zweite Farbe Blau ins Spiel – neben dem dominanten Schwarz des Zifferblattes. Eine stimmige Kombination für dieses Messinstrument. Die Compteurs, also die Innenzifferblätter für Minuten, Stunden und die kleine (Stopp-)Sekunde, sind ins Zifferblatt versenkt. Und die Leuchtmasse in den Zwischenräumen der rhodinierten Zeiger sowie Stundenindizes ist schwarz. Sie offenbart ihre unverzichtbare Funktion für eine solche Uhr erst bei Dunkelheit.

Eine Ingenieur, die ihrem Namen alle Ehre macht, funktional wie optisch.

Technologie

Der Doppelchronograph
Unter einem Schleppzeiger- oder Doppelchronographen versteht man eine technische Erweiterung des Chronographenmechanismus um die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Zeiten innerhalb eines Minutendurchgangs zu messen. Zum Beispiel die Zeiten zweier Rennläufer. Beim normalen Chronographen wie im Fall des hier benutzten Kalibers 79230 sitzt ein langer, dünner Zeiger aus der Mitte auf einer massiven Welle, die im Werk das sogenannte Chrono-Sekundenrad trägt. Dieses Rad wird nach Betätigen der Starttaste an das Uhrwerk angekoppelt und beginnt zu laufen. Beim Stoppen wird das Rad wieder vom Uhrwerk getrennt und bleibt stehen.

Beim Schleppzeiger-Chronographen ist die Welle des Chrono-Sekundenrades als dünnes Röhrchen ausgebildet. Darin läuft eine weitere Welle, die auf der Zifferblattseite über dem ersten Zeiger den Schleppzeiger trägt. Im Uhrwerk ist diese Welle mit dem sogenannten Schleppzeigerrad verbunden. Um dieses anzuhalten (also beim Betätigen des dritten Drückers), greift eine Zange um das Schleppzeigerrad und hält es fest.

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Ein Atelier am Rhein

Haute Horlogerie bedeutet wörtlich übersetzt „hohe Uhrmacherei“. In gewisser Hinsicht ist jede Form der feinen Uhrmacherkunst „hoch“ – die Herstellung einer feinen Uhr bei IWC erfordert Finesse, Kunstfertigkeit und minutiöses Geschick.

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