Weitere Erkundung
IWC Oils
Die Zeit Läuft Wie Geschmiert

Rund 50 Stellen im Werk werden deshalb je nach spezifischer Beanspruchung mit einem halben Dutzend verschiedenen, speziell für Armbanduhren entwickelten Ölen und Fetten behandelt.

Testlabor

Dauerbaden im warmen Salzwasser und Schwitzen in der Klimakammer: Neue Uhrenmodelle der IWC Schaffhausen werden im Testlabor im Rahmen einer umfassenden Zulassungsprozedur in bis zu 50 Testschritten auf Herz und Nieren geprüft, damit sie später für mehr als nur Alltägliches an den Handgelenken ihrer Besitzer gewappnet sind.

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Sound Check

Wie die Ingenieure bei Mercedes-AMG im Süddeutschen Affalterbach die Motoren richtig zum Klingen bringen.

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EINE HALBE MONDREISE

30 Tonnen in 10.000 Einzelteile zerlegtes material und mindestens 60 Spezialisten des MERCEDES AMG PETRONAS Formula One™ team folgen dem FORMEL-1-Zirkus über fünf Kontinente. damit alles immer termingerecht am richtigen Ort ist, ist ein perfekt ausgeklügeltes System genauso notwendig wie jede Menge Improvisationstalent.

Grande Complication Dial Explained
Kleine Welt

Zeit bewegt die Welt. Knapp, aber anspruchsvoll fasst die IWC Portugieser Grande Complication den Satz von der Zeit als dem Motor aller Veränderungen zusammen. Eine Zeitmaschine, die auf dem Zifferblatt die geneigte Weltkugel zeigt.

89800 Calibre Movement
DIGITALE EWIGKEIT

Ist die Ewigkeit eine Scheibe? Beim 2009 erstmals in der Da Vinci Perpetual Calendar Digital Date-Month verwendeten Manufakturkaliber 89800 wurde die digitale Datumsanzeige neu definiert: Die dreifache Scheibenanzeige des ewigen Kalenders zeigt im Grossformat Tagesdatum sowie Monat und etwas dezenter den Schaltjahreszyklus an. Alles genial miteinander synchronisiert.

Top Secret

Über 500 hochqualifizierte Spezialisten entwickeln und konstruieren im englischen Brackley die Silberpfeile des MERCEDES AMG PETRONAS Formula One™ Teams. Nahezu jedes der 3.200 Fahrzeugteile wird dabei massgefertigt.

Ein Überflieger mit Großdatums- und Großmonatsanzeige

Die „Spitfire Perpetual Calendar Digital Date-Month“ ist der sportlich-elegante Überflieger innerhalb der IWC-Fliegeruhrenkollektion. Die Ablesbarkeit von Tag und Monat könnte nicht besser sein und die Mechanik dieser Uhr nicht faszinierender.

Entdeckungsreise

Ingenieur – die Geschichte einer Legende

von Alexander Linz

Text — Alexander Linz Datum — 14. Januar 2013

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Als der elektrische Strom unserer Haushalte eroberte und sich so immer mehr Magnetfeldquellen ergaben, machten sich Schaffhauser Uhrmacher Gedanken darüber, in wie weit man einen Zeitmesser vor ihnen schützen konnte.

Bereits im Jahre 1888 fertigt die IWC unter der Leitung von Johannes Vogel Muster eines 16- und 19-linigen Non-Magnetic-Uhrwerks für die Firma Non-Magnetic Watch Company. Dabei werden Unruh, Spirale, Hemmungsrad und Ankerkörper aus einer Palladiumlegierung gefertigt, der Anker aus Bronze und seine Arme aus Gold. Später war das Thema Schutz vor Magnetismus insbesondere für die Militärs von eminenter Bedeutung. Mit voranschreitender Modernisierung der Flugzeugcockpits kam es auch hier zu einer immer größeren Anhäufung von Magnetfeldquellen.

Mitte der 1940er entwickelte IWC für die englische Royal Airforce deshalb eine professionelle Fliegeruhr, deren 12½-liniges Zentralsekunden-Kaliber 89 von einem Zifferblatt, einem Werkhaltering und einem Innenboden aus Weicheisen umgeben wurde. Das aus der vollständigen Ummantelung des Uhrwerks mit Weicheisenteilen entstandene Weicheiseninnengehäuse der legendären Mark 11 wird fortan zum Standard bei Fliegeruhren der IWC. „Das war damals ein völlig neues Konzept“, versichert David Seyffer, der Museumsdirektor der IWC.

So gesehen waren auch die Fliegeruhren der IWC die direkten Wegbereiter der „Ingenieur“, die dann im Jahre 1955 vorgestellt wurde. Abermals stand das Thema Schutz vor Magnetfeldern im Mittelpunkt. Mit den rasanten Fortschritten der 1950er-Jahre in den Bereichen der Elektrotechnik, des Maschinenbaus, der Kommunikation und des Transportwesens steigt die Dichte der magnetischen Felder nochmals dramatisch an. Die erste Generation der „Ingenieur“ war eine reine Männeruhr. Die „Ingenieur“-Linie wurde zielgerichtet für eine besondere Kundschaft erschaffen. Die IWC richtete sich an Ingenieure, Techniker, Chemiker, Piloten und Ärzte. Entsprechend dem gehobenen sozialen Status des Zielpublikums war die „Ingenieur“ von zurückhaltend elegantem Aussehen, wenn auch aus konstruktionstechnischen Gründen für die damaligen Verhältnisse recht groß und hoch gebaut. Während mehr als 12 Jahren konnte so die Ur-„Ingenieur“ in fast unveränderter Form und beachtlichen Stückzahlen verkauft werden. Die Werbung und Anzeigen wurden ganz spezifisch auf diese Berufsgruppen ausgerichtet. Sujets und Assoziationen zu den genannten Berufsfeldern waren ein beliebtes Mittel die „Ingenieur“ zu bewerben. Ganz charakteristisch und als einmaliges Erkennungsmerkmal wird damals das IWC-Logo entworfen.

Die „Ingenieur“ der IWC werden ausschließlich mit hauseigenen Automatikwerken ausgestattet. Im Jahre 1944 übernahm Albert Pellaton die technische Leitung der IWC. Er begann umgehend mit der Entwicklung eines IWC-Automatik-Armbanduhrwerkes. Bereits im Jahre 1946 patentierte er den ersten Entwurf mit begrenzter Rotordrehung. Dem Perfektionisten Pellaton genügte das jedoch nicht, er wollte eine volle Umdrehung und eine optimale Stoßsicherung für den Rotor realisieren. Im Jahre 1950 kam das erste Kaliber der „85er“-Serien mit Zentralsekunde auf den Markt. Sie hielten nun jeglicher Kritik stand und sie sollten sich rasch zu Bestsellern entwickeln. In den „Ingenieur“-Modellen der IWC kommen dann später die diversen Nachfolgemodelle des Kalibers „85“ zum Einsatz. Darunter das Kaliber „8521“, mit Pellaton-Aufzug, mit einer autokompensierenden Breguet-Spirale, einer Feineinstellung mittels eines Rückers und einer erhöhten Unruhfrequenz von 19.800 Halbschwingungen pro Stunde, das bis 1958 gefertigt wird. Erst in den späten 1970er-Jahren werden einige „Ingenieur SL“ mit Quarzwerken von Jaeger-LeCoultre ausgerüstet. In den 1980er-Jahren kommen dann ebenso ETA-Werke zum Einsatz. Im Jahre 2005, mit der Lancierung der neuen Generation „Ingenieur“ Referenz „3227“, debütiert das IWC-Manufakturwerk „80111“. Die „Grosse Ingenieur“ Referenz „5005“ wird im Jahre 2007 mit dem Kaliber „5005“ auf den Markt gebracht. Seit dem Relaunch und Redesign der „Ingenieur“ im Jahre 2005 präsentierte die Schaffhauser Manufaktur auch erstmals Chronografen. Zuerst war das IWC Kaliber 79350, Basis ETA/Valjoux „7750“, und später dann das IWC Kaliber „89360“ ihr Motor.

Die Ikonen der Kollektion

Die Väter und Namensgeber der „Ingenieur“ waren gemeinsam Ernst Grieshaber jun., der damaligen Finanzchef, und Albert Pellaton, der damalige technische Direktor der IWC. Ihnen verdankt die IWC in Schaffhausen jene Ikonen, die wir hier der Reihe nach vorstellen wollen. Da wäre die erste Generation der „Ingenieur“ mit der Referenz „666“. Eine teuflisch gute Uhr und das nicht nur wegen der vermeintlichen Insignien „666“ des Teufels. Während mehr als 12 Jahren wurde die Ur-„Ingenieur“ in fast unveränderter Form gebaut und verkauft. Das bereits weiter oben im Text erwähnte Kaliber „852x“, die zweite, stark verbesserte Version des IWC-Automatikkalibers, war der zuverlässige Antriebsquelle der Referenz „666“. Je nach Werkausführung wurde die „Ingenieur“ ohne Datum als Referenz „666 A“ (Kaliber 852) oder mit Datum als Referenz „666 AD“ (Kaliber 8521) angeboten. Das verschraubte Gehäuse war dreiteilig ausgeführt und von überdurchschnittlicher Qualität. Der Käufer konnten zwischen Ausführungen in Edelstahl, 18-Karat-Gold und der Referenz „766“, einer 14-Karat-Gold Version mit Stahlboden, wählen. Alle Modelle waren bis 100 Meter wasserdicht und durch ein Weicheiseninnengehäuse gegen elektromagnetische Felder bis zu 80,000 A/m geschützt. Im Laufe des Jahres 1967 wurde die 666er-„Ingenieur“ durch die neue Referenz „866“ abgelöst. Sie bildet die zweite Genration der Schaffhauser Ikone. Diese damals neue „Ingenieur“ behielt das Konzept einer robusten, wasserdichten und absolut amagnetischen, runden Armbanduhr bei, interpretierte das Thema aber zeitgemäßer, frischer und sportlicher. Ab dem Jahre 1975 verschwinden diese „Ingenieur“-Modelle wieder aus den Katalogen.

Im Jahre 1976 veränderte sich das Aussehen der „Ingenieur“ in augenfälliger Weise. Der Designer Gérald Genta gab ihr ein komplett neues Gesicht und entwarf die große „Ingenieur SL“, Referenz „1832“, im sportlich-eleganten Stahlgehäuse. Diese zweite große Ikone innerhalb der „Ingenieur“-Kollektion zählt noch heute zu den herausragenden Design-Innovationen der IWC. Das Äußere der 40×38 Millimeter großen „Ingenieur SL“, Referenz „1832“ richtete sie sich nicht mehr nur an Techniker, sondern auch an den zunehmend trendbewussteren Uhrenliebhaber mit einem hohen Anspruch an die Technik der Uhr. So war das Manufakturkaliber „8541 ES“, dessen Anker, Ankerrad und Hebelscheibe zusätzlich aus amagnetischem Material bestanden, durch das sorgsam auf winzigen Gummipuffern gelagerte Weicheiseninnengehäuse vor Magnetfeldern bis zu 80.000 A/m und vor Stößen und Schlägen jeglicher Art nachhaltig geschützt. Das war eine de facto geniale und für die IWC absolut richtige Uhr, die jedoch zur falschen Zeit präsentiert wurde und so verkaufte die Schaffhauser Manufaktur lediglich knapp 550 Stück in Stahl. Das ist längst Schnee von gestern und ein Teil der Geschichte der IWC. Aus heutiger Sicht machen diese geringen Stückzahlen der „Ingenieur SL“, Referenz „1832“ sie zu einer ungemein begehrten Sammleruhr. Wohl jenen, die gegenwärtig eine 1832-er ihr Eigen nennen können!

Die dann folgende „Ingenieur SL“ mit der Referenz „3505“, ausgestattet mit dem Kaliber „375“ kam 1983 auf den Markt. Ihr Nachfolgemodell nannte sich „3506“, es war mit dem Kaliber „3753“ ausgestattet und wurde in der Zeit von 1985 bis 1989 produziert. Diese neuen „Ingenieur“-Modelle treten flacher, eleganter und erstmals mit dem dann typischen Millimeterpapier-Zifferblatt auf. Während der ersten 25 Jahre ihrer Geschichte war die „Ingenieur“ ausschließlich eine Männeruhr, das sollte sich nun für eine kurze Zeitspanne ändern, als die Verantwortlichen der IWC im Rahmen der Erneuerung und Ausweitung der „SL“-Linie in den 1980er-Jahren schrittweise auch Damenmodelle auf den Markt einführten. Doch die „Blütezeit“ der „Ingenieur SL“ für Damen dauerte jedoch nicht lange. Bereits ab Mitte der 1980er-Jahre wurde diese Modellreihe wieder nach und nach aus der Kollektion gestrichen. Die IWC war, ist und bleibt auch künftig eben eine wahre Herrenuhr.

Ein Meilenstein sei hier zum Schluss noch hervorgehoben: Die „Ingenieur 500.000 A/m“. Diese „Ingenieur“ trotzte jedem noch so starkem Magnetfeld. Gemeinsam mit den Schweizer Metallurgie-Spezialisten Prof. Steinemann und Dr. Straumann (Institut Straumann) forschte die IWC Mitte der 1980er-Jahre am ehrgeizigen Projekt einer vollkommen amagnetischen Armbanduhr. Einen Teil des Erfolgsgeheimnisses dieser „Ingenieur“ bildete die äußerst schwierig zu verarbeitende Niob-Zirkon-Legierung, aus der die Unruhspirale gefertigt wurde. Der sonst das Uhrwerk schützende Weicheisenkäfig war überflüssig geworden. Diese High-Tech-„Ingenieur“ wurde mehrfach in Kernspintomographen getestet und hielt unglaublichen 3,7 Millionen A/m stand. Obwohl die Widerstandsfähigkeit dieser „Ingenieur“ vermutlich noch viel höher lag, waren die technischen Möglichkeiten zur Überprüfung zu dieser Zeit einfach ausgeschöpft. Bescheiden wie immer nannte die IWC ab dem Jahre 1989 ihre Kreation „Ingenieur 500.000 A/m“. Diese Uhr stellte damals sogar einen neuen Weltrekord für amagnetische Uhren auf. Dass die „Ingenieur 500.000 A/m“ heute ebenso ein gesuchtes Sammlerstück ist, muss man an der Stelle nicht extra hervorheben. Vielmehr sei jedoch die geringe Stückzahl von lediglich ca. 2700 gefertigten Exemplaren erwähnt. Wenn wir Sie jetzt also so richtig auf die „Ingenieur 500.000 A/m“ aufmerksam gemacht haben, dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg beim Aufstöbern eines Exemplars.

Auf der Rennstrecke zu Hause

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Mit dem erfolgreichen Relaunch der „Ingenieur“ durch die Referenz „3227“ im Jahre 2005 wurde der Mythos „Ingenieur“ nachhaltig wiederbelebt. Seither hat die Manufaktur zahlreiche weitere Modelle eingeführt, darunter erstmals auch, wie bereits erwähnt, mehrere Chronographen. 2013 wird die „Ingenieur“, im Zuge eines umfassenden Relaunch, noch einmal in neuem Glanz erstrahlen. Georges Kern, CEO der IWC Schaffhausen, bringt es auf den Punkt, wenn er formuliert: „Die neue ‚Ingenieur’-Kollektion zeichnet sich durch drei besondere Qualitätsmerkmale aus: Hochwertige IWC-Antriebe, anspruchsvolle Werkfunktionen und innovative Materialien.“ Ganz im Sinne des Erfindergeists der Schaffhauser Uhrmacher.

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