Weitere Erkundung
The Man’s Guide to
Haute Horlogerie

Die Entwicklung und ständige Verbesserung von Uhrwerken, Funktionsanzeigen und Gehäusen ist in Schaffhausen seit 1868 Teil der Firmenphilosophie. So sind Komplikationen wie ewiger Kalender, Konstantkraft-Tourbillon und Minutenrepetition nicht nur historische Errungenschaften der Uhrmacherkunst, sondern auch Ergebnisse eigener Konstruktions- und Entwicklungsarbeit. Mit der siebenteiligen Videoserie “The Man’s Guide to Haute Horlogerie” erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die faszinierende Welt der Haute Horlogerie aus Schaffhausen.

Ein Atelier am Rhein

Haute Horlogerie bedeutet wörtlich übersetzt „hohe Uhrmacherei“. In gewisser Hinsicht ist jede Form der feinen Uhrmacherkunst „hoch“ – die Herstellung einer feinen Uhr bei IWC erfordert Finesse, Kunstfertigkeit und minutiöses Geschick.

Ingenieur Doppelchronograph Titan

Die neue IWC Ingenieur Doppelchronograph in Titan ist ein Zeitwerkzeug erster Güte und ein Meisterstück der Ingenieurskunst. Sie erfüllt kühne Männerträume

Jetzt ist Sternzeit

Die Portugieser Sidérale Scafusia ist ein weiterer Stern am strahlenden Firmament der Haute Horlogerie von IWC Schaffhausen. Zehn Jahre intensiver Entwicklungsarbeit sind in dieses beeindruckende Meisterwerk geflossen

Ein Traum von einer Uhr

Die Grande Complication erlebte ihren 20. Geburtstag im neuen Gehäuse und als Mitglied der Portugieser-Familie – in Sachen Alltagstauglichkeit und in der Summe ihrer faszinierenden Funktionen nach wie vor unerreicht

Willkommen im Club

Der legendäre Name jener schlichten Uhr mit Automatikaufzug und dem federnd im Gehäuse gelagerten Uhrwerk ist zurück

Ikonen des guten Stils

Einen grossen Auftritt als klassische Uhrenschönheit feiert die Portugieser Automatic, deren zeitlose Eleganz auf technische Perfektion trifft

Die Diva der Portugieser-Familie

Aus der Portugieser Tourbillon Mystère wurde jetzt die Portugieser Tourbillon Mystère Rétrograde. Mit einer am Monatsende zurückspringenden Datumsanzeige

Entdeckungsreise

TAMPONDRUCK

WIE DIE STERNE IN DIE PORTUGIESER SIDÉRALE SCAFUSIA KOMMEN

Text — Manfred Fritz Fotos — Valentin Jeck Datum — 16. März 2012

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—Präzisionsdruck bei der IWC: Mit der ausgeklügelten Technik des sogenannten Tampondrucks kommen die Sterne in die Portugieser Sidérale Scafusia.

Wer die grau lackierte Türe mit dem kleinen Guckfenster im Industriegebiet von Neuhausen bei Schaffhausen öffnet, taucht mit den Ohren in einen langsamen Techno-Rhythmus ein. Es zischt und klackt und ratscht. In der Luft liegt ein leichter Geruch von Farbe und Losungsmittel. Zwei blitzblanke, schrankgrosse Apparaturen, an denen seitlich das Label „Swiss Made“ klebt, erzeugen nach der unsichtbaren Partitur der numerischen Steuerung die Maschinenmusik. Marlies Scarpino im weissen Mantel und mit zurückgebundenem Haar bedient gerade eine der Steuerkonsolen. Sie hört das Geräusch nicht mehr. Oder nur, wenn es nicht genau so ist, wie es sein soll. Die gelernte Offsetdruckerin ist derzeit das Rückgrat, um nicht zu sagen: die Solistin einer der kleinsten Abteilungen der IWC, die sich mit einem auf den ersten Blick so uhrenfernen Thema wie dem Drucken beschäftigt.

Sie gehört zu den rund 130 Werksangehorigen vornehmlich der Teile und Gehäusefertigung, die vor einem Jahr vom Standort Schaffhausen ins benachbarte Neuhausen umgezogen sind, in ein Areal direkt auf einem Felsplateau oberhalb des Rheinfalls gelegen. Nur sehen kann man das Naturschauspiel von dort wegen grosser Bäume meistens nicht. Indirekt hat auch das Entstehen der IWC-eigenen Druckerei mit Wasser zu tun. Genauer: mit der Notwendigkeit, für den nachleuchtenden Taucherdrehring der Aquatimer-Familie eine zuverlässige Lösung zu finden. Beim Vorgängermodell war es ein abgeschrägter Innendrehring, der mit Leuchtfarbe beschichtet werden musste. Eine echte Herausforderung. Und man war auf einen einzigen Spezialisten angewiesen, der das zwar in der geforderten Qualität drucken konnte; dafür gab es bei den Lieferterminen öfters Probleme. Auch dieser Umstand hat eine technische Änderung nahegelegt: Bei der heutigen Modellfamilie wird die Unterseite des später in den Drehring versenkten Reifs aus Saphirglas mit einer 0,3 Millimeter starken Dotierung der Leuchtfarbe Superluminova versehen. Und zwar – abhängig vom Modell – in verschiedenen Farben. Das war dann auch der Startschuss dafür, das Drucken in die eigenen Hände zu nehmen.Die Geschichte lässt sich unter das für die IWC nicht untypische Motto stellen: Wenn du etwas besonders gut machen willst, dann mach es selbst. Clemens Gisler, ein junger ETH-Ingenieur, der vor sechs Jahren mit Kenntnissen in Maschinenbau, Mikrotechnik und Produktionslogistik zur IWC kam, bekam vor zwei Jahren den Auftrag, den Druck komplizierter Anzeigeelemente für bestimmte Uhren ins Haus zu holen und produktionsreif zu machen. So verfugt die IWC heute nicht nur über eine eigene kleine Spezialdruckerei. „Das Thema hat auch noch viel Zukunft“, sagt Clemens Gisler. Und er belegt seine Behauptung mit dem derzeit spektakulärsten Ergebnis, das er in einer flachen Plexiglasschachtel mit mehreren Fächern präsentiert. Er hat sozusagen die Antwort in der Hand, wie 500 oder auf Wunsch auch mehr Sterne in die neue IWC Portugieser Siderale Scafusia kommen.

Die Sterne werden individuell, je nach Standort des Uhrenbesitzers, zuerst vom Zürcher Astronomen Ben Moore berechnet. Dessen Daten wiederum sind Grundlage für das Klischee, das als Vorstufe für den Druckvorgang gefertigt wird. Gedruckt wird dann auf eine hauchdünne Saphirglasscheibe, die sich später in der Uhr dreht – mit Strichstarken von lediglich einem achthundertstel Millimeter, mit denen Einzelsterne zu bekannten Sternbildern verbunden werden. Auch die Scheibe mit der Darstellung des Horizonts und dem Sternenaquator wird hier bedruckt. Übrigens für jeden Kunden, der eine Uhr bestellt, dreimal. Ein Satz wird in der Uhr verbaut, zwei wandern ins Ersatzteillager – für den schlimmsten Fall einer schweren Beschädigung der Glaser auf der Ruckseite. Das alles ist schon sehr eindrucksvoll. Aber es ist längst noch nicht alles. Gisler zeigt stolz auf eine Himmelsscheibe mit einer orangeroten Sternendarstellung. Es ist farbiges Superluminova, wie es auch bei manchen Aquatimer-Modellen zum Einsatz kommt. Also nachleuchtend.

„DIE GESCHICHTE LÄSST SICH UNTER DAS FÜR DIE IWC NICHT UNTYPISCHE MOTTO STELLEN: WENN DU ETWAS BESONDERS GUT MACHEN WILLST, DANN MACH ES SELBST.“

—Für ihr neues Flaggschiff, die Armbanduhr Portugieser Sidérale Scafusia, vertraut die Manufaktur die filigrane Inszenierung des Himmelstheaters keinem Fremden an: Eine ihrer kleinsten Abteilungen macht Druck – Präzisionsdruck. Davon profitieren auch andere Uhrenfamilien.

Den Wünschen der Kunden, ihre Uhr zu individualisieren, sind kaum Grenzen gesetzt. Und die neu erworbene Fähigkeit, raffinierte Uhrenmechanik in ansprechende Anzeigen zu übersetzen, öffnet auch noch ganz andere Möglichkeiten, die über Tauchdrehringe, die Beschriftung von Datumsscheiben oder die astronomischen Anzeigen der Portugieser Siderale Scafusia hinausgehen. Kein Zufall jedenfalls, dass zu den Besuchern in der Druckerei öfters die Designer der Manufaktur gehören. Denn Frau Scarpino oder Andres Leupp, der kürzlich, was das Drucken angeht, den Part von Clemens Gisler übernommen hat, können ihnen genau sagen, was möglich ist. Und das ist nicht wenig. Denn das Zauberwort eines relativ modernen Druckverfahrens, mit dem sich gerade, schrage und sogar gewölbte Flachen mit Schriften, Zahlen oder anderen grafischen Elementen versehen lassen, heisst Tampondruck. Jeder von uns hat täglich Gegenstande in der Hand oder vor Augen, die auf diese Weise beschriftet und signiert worden sind, seien es PC Tastaturen, Einstellknopfe auf Kameras, Schreibgerate oder Autoarmaturen. Nur kommt ein oberflächlicher Druck bei einer Qualitätsuhr natürlich nicht in Frage. Denn alles, was zum eigentlichen Gesicht des Zeitmessers gehört, Zifferblatt oder zusätzliche Anzeigen, liegt abriebfest und alterungsbestandig hinter Glas. Und die IWC betreibt den Tampondruck mit einem Qualitätsanspruch, welcher der Akribie der Uhrmacherei nicht nachsteht. Das französische Wort „tampon“ für Pfropfen, Spund, Stöpsel gibt nur einen groben Hinweis auf dieses Flachdruckverfahren, bei dem – ganz grob gesagt – ein abgerundeter, spitz zulaufender oder konisch geformter Tampon aus flexiblem Silikon die Farbe aus der Vertiefung eines Klischees aufnimmt und auf das zu bedruckende Werkstuck „druckt“. Durch die Form des Tampons, der sich bei der Aufnahme wie auch bei der Farbabgabe flach verformt, werden beim Druckvorgang mögliche Lufteinschlusse nach aussen gepresst. Zudem können auf diese Weise auch schrage Anzeigeelemente sauber bedruckt werden. Die für die IWC gefertigten Maschinen eines Herstellers im nahen Thayngen sind speziell rahmenverstärkt, damit beim Druck – und das ist in diesem Fall ganz wörtlich zu nehmen – nicht die geringsten Verzugsspannungen auftreten können. Der komplette Vorgang ist natürlich im Detail sehr viel komplizierter. Nur ein Beispiel: Je nachdem, ob Normalfarbe oder Leuchtfarbe gedruckt werden soll, müssen die fortführenden Partien des Klischees aus Stahl geatzt oder aus einer Keramikplatte gelasert werden. Denn Superluminova ist stark abrasiv und wurde Stahl angreifen. Die grosstmöglichen Vertiefungen auf einem Klischee für einen solchen Qualitatsdruck betragen nur 55 μm (Mikrometer). Das heisst: die meisten Druckvorgange müssen mehrfach wiederholt werden, um den gewünschten Farbauftrag zu erhalten. Und zwischen jedem Bedrucken folgt nach einem genauen Zeitplan ein Trocken- und Aushärtegang bei rund 120 Grad Celsius im Ofen, danach eine Abkühlphase auf einer Kühlplatte.

Welcher Aufwand da betrieben wird, zeigt das Beispiel des Bedruckens des Drehrings der Aquatimer. Zuerst wird die schwarze Farbe mit den Aussparungen für die Zahlen (spiegelverkehrt) von unten auf den Saphirglasring in drei Durchgangen „nass in nass“ deckend gedruckt. Danach folgt in mehreren Druck- und Trockengängen der Aufbau der gelben oder weissen, 0,3 Millimeter dicken Super luminova- Schicht. Zum Abschluss wird die Leuchtschicht mit einer weissen Schutz- und Reflektionsschicht überdruckt. Insgesamt ergibt das 33 Durchgänge. Und um das Mass der Komplexität voll zu machen: Der Farbton der Leuchtfarbe lasst sich durch die Mischung der Pigmente nochmals zusätzlich steuern, hin zu einer mehr grünlichen oder blauen Nachleuchtfarbe. Bei der „weissen“ Aquatimer leuchten die ersten 15 Minuten des Drehrings grünlich, der Rest bläulich. Marlies Scarpino hat zuvor noch nie mit einer so kostbaren Druckfarbe gearbeitet: Ein Gramm des Pulvers aus Aluminiumoxyd und seltenen Erden kostet stolze 25 Schweizer Franken. Fast soviel wie Gold vor der Finanzkrise. Natürlich werden alle Ergebnisse noch an Ort und Stelle unter dem Mikroskop auf absolute Qualität geprüft. Fehlt bei einer Ziffer an nur einer Stelle ein klitzekleinstes Farbtüpfelchen, wandert das Teil in eine Schachtel: nicht verwendungsfähig. Denn wie sagt Marlies Scarpino doch so richtig: „Ich will ja auch ein perfektes Produkt kaufen, für das Geld.“

—Der vom Käufer der Portugieser Sidérale Scafusia gewünschte Ausschnitt des Sternenhimmels wird auf eine hauchdünne Saphirglassscheibe gedruckt, die sich später in der Uhr dreht – mit Strichstärken von lediglich einem achthundertstel Millimeter, mit denen Einzelsterne zu bekannten Sternbildern verbunden werden.
—Marlies Scarpino ist das Rückgrat einer der kleinsten Abteilungen der IWC, die sich mit einem auf den ersten Blick so uhrenfernen Thema wie dem Drucken beschäftigt.
Weitere Erkundung
The Man’s Guide to
Haute Horlogerie

Die Entwicklung und ständige Verbesserung von Uhrwerken, Funktionsanzeigen und Gehäusen ist in Schaffhausen seit 1868 Teil der Firmenphilosophie. So sind Komplikationen wie ewiger Kalender, Konstantkraft-Tourbillon und Minutenrepetition nicht nur historische Errungenschaften der Uhrmacherkunst, sondern auch Ergebnisse eigener Konstruktions- und Entwicklungsarbeit. Mit der siebenteiligen Videoserie “The Man’s Guide to Haute Horlogerie” erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die faszinierende Welt der Haute Horlogerie aus Schaffhausen.

Ein Atelier am Rhein

Haute Horlogerie bedeutet wörtlich übersetzt „hohe Uhrmacherei“. In gewisser Hinsicht ist jede Form der feinen Uhrmacherkunst „hoch“ – die Herstellung einer feinen Uhr bei IWC erfordert Finesse, Kunstfertigkeit und minutiöses Geschick.

Ingenieur Doppelchronograph Titan

Die neue IWC Ingenieur Doppelchronograph in Titan ist ein Zeitwerkzeug erster Güte und ein Meisterstück der Ingenieurskunst. Sie erfüllt kühne Männerträume

Jetzt ist Sternzeit

Die Portugieser Sidérale Scafusia ist ein weiterer Stern am strahlenden Firmament der Haute Horlogerie von IWC Schaffhausen. Zehn Jahre intensiver Entwicklungsarbeit sind in dieses beeindruckende Meisterwerk geflossen

Ein Traum von einer Uhr

Die Grande Complication erlebte ihren 20. Geburtstag im neuen Gehäuse und als Mitglied der Portugieser-Familie – in Sachen Alltagstauglichkeit und in der Summe ihrer faszinierenden Funktionen nach wie vor unerreicht

Willkommen im Club

Der legendäre Name jener schlichten Uhr mit Automatikaufzug und dem federnd im Gehäuse gelagerten Uhrwerk ist zurück

Ikonen des guten Stils

Einen grossen Auftritt als klassische Uhrenschönheit feiert die Portugieser Automatic, deren zeitlose Eleganz auf technische Perfektion trifft

Die Diva der Portugieser-Familie

Aus der Portugieser Tourbillon Mystère wurde jetzt die Portugieser Tourbillon Mystère Rétrograde. Mit einer am Monatsende zurückspringenden Datumsanzeige