Ewig währt die Portugieser als perfekte Uhr

Die Portugieser ist ein Synonym für klassisches Design und Präzision. Man könnte sogar sagen, sie ist die «perfekte Armbanduhr». Wie aber verbessert man Perfektion? Mit der Portugieser Perpetual Calendar hat IWC gezeigt, wie das möglich ist. 

Wenn sich zwei Kräfte vereinen, kann dies mit etwas Glück spektakuläre Ergebnisse erzielen. Die IWC Portugieser Perpetual Calendar ist hierfür ein perfektes Beispiel: Sie ist aus der Kombination eines klassischen Portugieser Designs mit dem innovativen ewigen Kalender von IWC entstanden. Das Endergebnis, inoffiziell «PPC» genannt, ist faszinierenderweise eine ebenso schlichte wie komplexe Uhr.

 

Alles begann mit der originalen Portugieser Armbanduhr (Referenz 325), die IWC erstmals im Jahr 1939 vorstellte. Eine klassische Uhr, die nur die Uhrzeit anzeigte, aber mit einem ausgesprochen präzisen Taschenuhrkaliber und einem damals übergrossen Gehäuse von 42 mm ausgestattet war. 

 

Obwohl es mit mehreren verschiedenen Zifferblättern produziert wurde, ist das ikonische Design beispielhaft, oft mit schlichten arabischen Ziffern, schlanken Blattzeigern und einer «Eisenbahn»-Minuterie versehen. In den folgenden Jahren entstanden mehrere neue IWC Portugieser Modelle. 

IWC Portugieser Perpetual Calendar - 2003 (IW502109)
— IWC Portugieser Perpetual Calendar - 2003 (IW502109)

Eine krönende Errungenschaft

2000 wurde in einem bedeutenden neuen Portugieser Modell ein neues, siebentägiges IWC Automatikwerk eingeführt, das Kaliber 5000. 2003 kombinierte IWC dieses Uhrwerk dann mit seinem besonderen Modul für den ewigen Kalender und stellte die erste PPC her, mit der Referenz IW5021.

 

Doch das Vermächtnis des Kalendermoduls von IWC unterschied sich von dem traditionellen Portugieser Design. Während ewige Kalender – Uhren, die zumindest Wochentag, Datum und Monat anzeigen und die verschiedenen Monatslängen berücksichtigen – seit langer Zeit Teil der Schweizer Uhrmacherkunst sind, entwickelte IWC etwas Innovativeres und Praktischeres.

 

1985 führte IWC einen genialen ewigen Kalender ein, der nur die Krone zur Zurücksetzung aller Funktionen verwendete, da die Kalenderanzeigen integriert waren. Dieser von IWCs renommiertem Meisteruhrmacher Kurt Klaus entwickelte komplexe Mechanismus kam zunächst in einem Ingenieur Modell und dann, einige Monate später, in einem Da Vinci Modell mit der Referenz 3570 zum Einsatz. Klaus erkannte, dass alle Funktionen, wie Wochentag, Datum, Monat, Jahr und sogar die Mondphasen, miteinander verbunden waren, und so alle gleichzeitig über die Krone eingestellt werden konnten. Das technische Design war komplex, aber seine Bedienung war einfach und das Ergebnis war schlichtweg brillant.

 

 

 

Es war jedoch keine einfache Aufgabe, das Kalendermodul von Klaus in das neue Automatikwerk von IWC zu integrieren. Es bedurfte einer allgemeinen Überarbeitung, um es mit IWCs neuem hauseigenem Automatikwerk zu kombinieren.  Das Endergebnis von 2003, die Portugieser Perpetual Calendar mit der Referenz IW5021, zeigte sich sowohl traditionell als auch zeitgenössisch. Es wurde ein neues, hochmodernes Uhrwerk verwendet, mit einer völlig neuen Mondphasenanzeige. Dank einer doppelten Mondphase konnte sowohl die Mondphase in der nördlichen als auch die in der südlichen Hemisphäre angezeigt werden. Diese Mondphasenanzeige war eine Weltpremiere und wurde von IWC patentiert.

 

Kontinuierliche Innovation

2006 führte IWC eine neue Portugieser Perpetual Calendar mit der Referenz IW5022 ein. Die Uhr verfügte über eine einfache Mondphase und war mit einem Durchmesser von 42 mm etwas kleiner. Sie wurde in sieben verschiedenen Versionen hergestellt, mit verschiedenen Metallen und Zifferblättern.

 

2015 feierte IWC das 75-jährige Jubiläum der originalen Portugieser Armbanduhr mit zusätzlichen neuen Modellen. Die beiden vorhergehenden PPC Referenzen wurden durch die neuen Referenzen IW5033 und IW5034 ersetzt. Der Hauptunterschied bestand darin, dass diese neuen Modelle ein neues Uhrwerk enthielten, das IWC Kaliber 52610.  

 

Um eine siebentägige Gangreserve zu erreichen, wurden für den Aufzug zwei Federhäuser verwendet, die beim Ablaufen der Aufzugfeder sogar für noch mehr Präzision sorgten.

 

Neben den beiden Federhäusern gab es zahlreiche andere Verbesserungen. Technisch gesehen zählten hierzu ein neuer Rotor aus 18 K Gold, Aufzugsklinken aus schwarzer Keramik, Lager aus weisser Keramik und eine freie Unruh-Spiralfeder, die mit höherer Frequenz schwang. Aus ästhetischer Sicht umfassten die Veränderungen überarbeitete Bandanstösse, ein anderes Uhrenglas und eine leicht schmalere Lünette. 

 

IWC Portugieser Perpetual Calendar - 2018 (IW503406)
— IWC Portugieser Perpetual Calendar - 2018 (IW503406)

Eine Mischung aus Design und Technologie

2016 wurde ein neues IWC Modell mit der Referenz IW5033 eingeführt, und 2018 folgte das neue Modell mit der Referenz IW5034 Portugieser Perpetual Calendar, das über eine doppelte Mondphase verfügte. Insbesondere wurde 2016 auch eine neue PPC mit der Referenz IW3972 und einer Digitalanzeige von Wochentag und Monat präsentiert.

 

Seit ihrer ersten Einführung vor über 15 Jahren ist die PPC insgesamt in 31 Variationen erschienen. Sowohl Design als auch Mechanik sind kontinuierlich verbessert worden, und die Gesamtanzahl der Varianten zeugt vom Erfolg und der Bedeutung dieser Modelle.

 

Von den vielen besonderen Komplikationen in der Welt der Uhrmacherkunst ist IWCs ewiger Kalender vielleicht die praktischste. Doch die ewigen Kalender der IWC Portugieser sind nicht nur praktisch und technisch ausgeklügelt – sie sind auch schön anzusehen. Sie bilden eine Synthese aus klassischem Design und innovativer Technologie.

Michael Friedberg sammelt seit über drei Jahrzehnten Uhren, insbesondere von IWC. Von 2001 bis 2015 war er Moderator des IWC Sammlerforums und hat ausführlich über die Geschichte und die technischen Funktionen von IWC geschrieben.


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