TIME MACHINES

JONES-KALIBER

Taschenuhrwerke von erstklassiger und konstanter Qualität für den US-Markt, hergestellt in der Schweiz mit einem hohen Industrialisierungsgrad: Mit dieser visionären Idee vor Augen gründet Florentine Ariosto Jones 1868 die International Watch Company. Die ersten Jones-Kaliber werden um das Jahr 1870 fertiggestellt. Sie folgen einer Plattformstrategie und werden einem bestimmten «Pattern» zugeordnet, wobei das «Pattern H» die höchste Qualitätsstufe darstellt. Anders als in der Schweiz damals üblich sind sie nicht mit Fingerbrücken, sondern mit Dreiviertelplatinen bestückt. Diese in den USA verbreitete Bauart verleiht ihnen zum einen mehr Stabilität und erlaubt zum anderen eine einfachere Herstellung kleiner Teile in grosser Stückzahl. Weitere Merkmale sind die Wolfsverzahnungen der Zahnräder und die aufwendige Finissierung der Platinen und Brücken. Bei allen Kalibern lassen sich die Schwingungen der Unruh mit einem überlangen Rückerzeiger – später auch «F.-A.-Jones-Pfeil» genannt – einstellen.

PALLWEBER-TASCHENUHREN

Im Sommer 1884 läutet IWC das digitale Zeitalter ein: Die ersten Taschenuhren mit Sprungziffern verlassen die Manufaktur. Sie basieren auf dem System Pallweber des in Salzburg ansässigen Uhrmachers Josef Pallweber und zeigen die Stunden und Minuten mit grossen Ziffern auf rotierenden Scheiben an. Johannes Rauschenbach-Schenk, der IWC damals leitet, ist fasziniert von der modernen Form der Zeitanzeige und sichert sich die Patente an den zeigerlosen Uhren. Weil Zahnräder mit Aussparungen für das kraftraubende Vorwärtsschalten der Anzeigescheiben eingesetzt werden, ist die Gangreserve der Pallweber-Taschenuhren jedoch verhältnismässig niedrig. IWC kann die Konstruktion zwar erheblich verbessern, trotzdem bleiben die Pallweber-Taschenuhren, von denen in Schaffhausen rund 20 000 Stück hergestellt werden, nur für kurze Zeit ein Verkaufsschlager. Schon um 1890 wird die Produktion eingestellt. Erst fast hundert Jahre später kehrt mit den Quarzuhren die digitale Zeitanzeige wieder zurück.

SPEZIALUHR FÜR FLIEGER

Die Fliegerei ist noch jung, als Generaldirektor Ernst Jakob Homberger – inspiriert von seinen zwei flugbegeisterten Söhnen Hans Ernst und Rudolf – im Jahr 1936 die Spezialuhr für Flieger, Referenz IW436, lanciert. In der Pionierzeitder Fliegerei verwenden die meisten Piloten noch Taschenuhren. Eine speziell für Flieger entwickelte Armbanduhr ist eine echte Innovation. Der für das Cockpit taugliche Zeitmesser wird vom Kaliber 83 mit antimagnetischer Hemmung angetrieben. Die Uhr funktioniert zuverlässig bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 40 Grad, was in den offenen oder ungeheizten Cockpits der damaligen Flugzeuge wichtig ist. Die Flugzeit lässt sich über eine Drehlünette einstellen. Optisch stechen das schwarze Zifferblatt sowie die grossen Leuchtziffern und Leuchtzeiger ins Auge. Die klare Zifferblattgestaltung im Instrumenten-Look sorgt nicht nur für eine einfache Ablesbarkeit bei schlechten Sichtbedingungen – sie prägt auch bis heute das Design der Fliegeruhren aus Schaffhausen.

PORTUGIESER

1939 bestellen zwei Händler aus Portugal bei IWC eine Serie grosser Armbanduhren, die so ganggenau sein sollen wie Marinechronometer. Kapitäne und Offiziere der portugiesischen Handelsflotte wünschen, eine solche «richtig grosse Uhr» am Arm zu tragen. Die Konstrukteure in Schaffhausen fügen das Herren-Taschenuhrkaliber 74 in ein Armbanduhrgehäuse ein. Das Savonnette-Uhrwerk eignet sich dafür besonders gut, weil die kleine Sekunde im 90-Grad-Winkel zur Krone steht. Hinzu kommt, dass es auch über ein ausgezeichnetes Gangverhalten verfügt. Die erste Portugieser, Referenz IW325, hat einen Gehäusedurchmesser von 41,5 Millimetern und übertrifft die Abmessungen der damals verbreiteten Armbanduhren bei Weitem. Die umlaufende Eisenbahnminuterie, die arabischen Ziffern und die schlanken Feuille-Zeiger prägen die zeitlose Eleganz der Portugieser von IWC. 

KALIBER 85 UND INGENIEUR

1950 lanciert IWC das erste eigene Automatikwerk. Hinter der Entwicklung des Kalibers 85 steht der damalige technische Leiter Albert Pellaton. Das wichtigste Merkmal des Aggregats ist der hocheffiziente automatische Aufzug. Anders als die meisten Systeme jener Zeit nutzt er beide Drehrichtungen des Rotors für das Aufziehen der Zugfeder. Dafür übersetzt eine exzentrisch gelagerte Scheibe die Rotationen der Schwungmasse in schwingende Bewegungen einer Wippe. Zwei an der Wippe befestigte Klinken ziehen abwechselnd am Aufzugsrad oder gleiten darüber hinweg. So kann jede noch so kleine Bewegung des Rotors in Federspannung umgewandelt werden. Das Kaliber 85 mit Pellaton-Aufzug stösst bei Kunden und in der Fachwelt auf positive Resonanz und wird deshalb auch in der ersten Ingenieur, Referenz IW666, von 1955 verwendet. Weil eine immer grössere Zahl technischer Geräte in den Haushalten Magnetfelder erzeugen, verfügt die Ingenieur zudem über einen Weicheisen-Käfig, der das Werk wirksam vor den Auswirkungen solcher Felder schützt.

AQUATIMER

In den 1960er-Jahren wird das Tauchen mit Druckluftflaschen immer mehr zum Volkssport. Auf der Basler Uhrenmesse stellt IWC deshalb 1967 mit der Aquatimer, Referenz IW812 AD, ihre erste Taucheruhr vor. Angetrieben vom legendären Automatikkaliber 8541 ist die Uhr bis zu einer Tiefe von 200 Metern wasserdicht. Anstatt mit einer klassischen Aussenlünette für das Einstellen der Tauchzeit ist sie mit einer unter dem Glas liegenden Drehlünette ausgestattet, die über eine zweite Krone bedient wird. Der Vorteil dieser Konstruktion besteht vor allem darin, dass die innen liegende Lünette die Wasserdichtheit der Uhr nicht beeinträchtigt. Das schwarze Zifferblatt mit grossen Leuchtziffern und Leuchtzeigern sorgt auch in grosser Tiefe und bei schlechten Sichtverhältnissen für eine optimale Ablesbarkeit. So behalten Taucher ihre Tauchzeit stets im Griff.

IWC PORSCHE DESIGN TITANCHRONOGRAPH

Titan ist extrem belastbar und rund ein Drittel leichter als Stahl. Es ist darüber hinaus hautverträglich und verfügt über eine einzigartige mattgraue Oberfläche. Das Metall ist jedoch zäh und schwierig zu bearbeiten. Deshalb gilt Titan lange als ungeeignet für Uhrengehäuse. IWC stellt sich dennoch der Herausforderung und eignet sich das Know-how in Sachen Titanverarbeitung in einem intensiven Austausch mit Spezialisten der Luft- und Raumfahrt wie Aérospatiale an. 1980 fertigt die Manufaktur mit der IWC Porsche Design Titanchronograph, Referenz IW3700, die weltweit erste Armbanduhr mit einem Gehäuse aus Titan. Zwei Jahre später wird das attraktive Material auch in der bis 200 bar druckfesten Taucheruhr Ocean 2000 eingesetzt, die ebenfalls vom deutschen Industriedesigner Ferdinand A. Porsche gestaltet wird. In den nächsten Jahren lanciert IWC weitere innovative Gehäusematerialien wie schwarze Keramik und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Schweizer Uhrenindustrie ein.

DA VINCI EWIGER KALENDER

Wahrscheinlich hat keine andere Uhr die Geschichte von IWC so geprägt wie die Da Vinci mit dem ewigen Kalender von Kurt Klaus. Auf dem Höhepunkt der Quarzkrise verfolgt der damalige Chefuhrmacher die Idee, einen mechanischen ewigen Kalender zu konstruieren. Sein aus 82 Einzelteilen in einer genialen Schlichtheit konstruiertes Kalendermodul feiert 1985, kombiniert mit einem Chronographen, in der Da Vinci-Familie Premiere (Referenz IW3750). Der Kalender erkennt selbstständig die unterschiedlichen Monatslängen sowie die Schaltjahre und braucht bis 2100 keine manuelle Korrektur. Nach einem längeren Ablegen der Uhr lassen sich alle Anzeigen ganz einfach über die Krone einstellen – ein elegantes und einzigartiges Merkmal. Neben der hohen Benutzerfreundlichkeit ist auch die vierstellige Jahresanzeige ein Novum, und die hochpräzise Mondphasenanzeige weicht erst nach 122 Jahren um einen Tag vom tatsächlichen Zyklus des Erdtrabanten ab.

GROSSE FLIEGERUHR

Inspiriert von der Fliegeruhr Kaliber 52 T. S. C. lanciert IWC 2002 die Grosse Fliegeruhr mit einem stattlichen Durchmesser von 46 Millimetern, Referenz IW5002 – und führt so das Design einer Instrumentenuhr mittlerer Ausstattung wieder in der Luxusuhrenbranche ein. Der Zeitmesser weist die typischen Designattribute des historischen Vorbilds auf: zum Beispiel sein mattschwarzes Zifferblatt, das Markierungsdreieck bei «12 Uhr» sowie grosse, mit Leuchtmasse beschichtete Ziffern und Zeiger für besonders gute Lesbarkeit. Die voluminöse und besonders griffige Krone und extralange Armbänder erinnern an die Pionierzeit der Fliegerei, als die Piloten noch wattierte Fliegeruniformen oder dicke Handschuhe trugen, die das Stellen und Aufziehen schwierig machten, wenn Uhren vor einem Einsatz synchronisiert werden mussten. Für die nötige Antriebskraft sorgt das grösste Automatikwerk von IWC, das Kaliber 5011 mit Pellaton- Aufzug und einer Gangreserve von sieben Tagen. Ein spezieller Mechanismus bringt es nach 168 Stunden komplett zum Stillstand. So wird die Uhr niemals mit dem schwächeren Enddrehmoment der Zugfeder angetrieben. Die Gangreserveanzeige bei «3 Uhr» informiert den Träger über die verbleibende Gangreserve.

PORTUGIESER SIDÉRALE SCAFUSIA

Die Portugieser Sidérale Scafusia, Referenz IW5041, ist die komplizierteste mechanische Uhr, die IWC je gebaut hat. Zehn Jahre haben die Ingenieure an der Entwicklung und Konstruktion dieses Zeitmessers gearbeitet, dessen Zifferblatt im Stil einer klassischen Portugieser gehalten ist. Das patentierte Konstantkraft-Tourbillon entkoppelt die Hemmung vom direkten Kraftfluss des Räderwerks. Durch die Abgabe von absolut gleichmässigen Kraftimpulsen an die Unruh wird eine gleichbleibende Schwingungsweite und damit eine sehr hohe Präzision erreicht. Neben der Sonnenzeit zeigt diese Uhr auch die Sternzeit an, die täglich um rund 4 Minuten von der normalen Zeit abweicht, und wird häufig in der Astronomie eingesetzt. Die Sternenkarte auf der Rückseite zeigt individuell für einen vom Besitzer gewählten Ort den Sternenhimmel im Jahresverlauf, wie er von dort aus zu sehen ist. Die Anzeigen werden vervollständigt durch eine Angabe des Sonnenaufgangs und -untergangs unter Berücksichtigung der Sommerzeit.


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