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IWC Schaffhausen

IWC Schaffhausen

 

 

Bereits im zarten Alter von 27 war der US-amerikanische Ingenieur und Uhrmacher Florentine Ariosto Jones stellvertretender Leiter und Geschäftsführer der E. Howard Watch and Clock Co. in Boston – damals einer der führenden Uhrenhersteller der USA. Zu einer Zeit, als die meisten jungen Männer ihr Glück im Westen versuchten, machte sich Jones in die entgegengesetzte Richtung auf. Als Pionier und Abenteurer wollte er traditionelle Schweizer Handwerkskunst mit modernen Fertigungstechniken aus seiner Heimat USA verbinden. Leider stiess seine Geschäftsidee auf unverhüllte Skepsis bei den Facharbeitern in der Region Genf und den abgelegenen Tälern der Westschweiz.

DIE ANFANGSJAHRE

Die Tradition von IWC ist fest im amerikanischen Pionier- und Unternehmergeist verwurzelt. Florentine Ariosto Jones, Uhrmacher aus Boston, gründet 1868 in Schaffhausen die International Watch Company. Mit Hilfe von hoch qualifizierten Schweizer Uhrmachern, moderner Technologie und der Wasserkraft des nahe gelegenen Rheins fertigt er Uhrwerke von herausragender Qualität. Nachdem Jones in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt ist, übernehmen die Rauschenbachs, eine Industriellenfamilie aus Schaffhausen, das Unternehmen. In den Anfangsjahren produziert IWC Taschenuhren mit digitaler Pallweber-Anzeige sowie Armbanduhren für Damen und Herren.

Geschichte

1868

1868

Florentine Ariosto Jones (1841–1916), Uhrmacher aus Boston, Massachusetts, gründet in Schaffhausen die International Watch Company. Sein Ziel: die Produktion von hochwertigen Taschenuhren für den amerikanischen Markt.

1875

1875

Bau der neuen Fabrik und des heutigen IWC-Stammhauses am Rheinufer. IWC beschäftigt 196 Mitarbeiter.

1880

1880

Der Schaffhauser Maschinenfabrikant Johannes Rauschenbach-Vogel (1815–1881) übernimmt IWC.

1881

1881

Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Johannes Rauschenbach-Schenk (1856–1905) die Geschäftsleitung von IWC.

1885

1885

Neuheit – die ersten Uhren mit digitaler Anzeige der Stunden und Minuten (System Pallweber) verlassen die Ateliers in Schaffhausen.

1887

1887

Fertigung der Magique, einer Taschenuhr in einem Cabriolet-Gehäuse mit 24-Stunden-Anzeige, die entweder als Savonnette oder als offene Taschenuhr verwendet werden kann.

1899

1899

Eine der ersten bekannten Armbanduhren aus Schaffhausen wird ausgeliefert. Das kleine Damen-Taschenuhrwerk Kaliber 64 ist in einem zierlichen Gehäuse mit Bandanschlüssen für das Armband untergebracht. Das Damen-Taschenuhrwerk Kaliber 63 wird für andere Armbanduhren verwendet.

1903

1903

Emma Marie Rauschenbach (1882–1955), Tochter von Johannes Rauschenbach-Schenk, heiratet den Schweizer Psychiater Dr. Carl Gustav (C. G.) Jung (1875–1961). Ihre jüngere Schwester Bertha Margaretha heiratet im selben Jahr den Schaffhauser Industriellen Ernst Jakob Homberger (1869–1955).

 

 

DIE ÄRA VON ERNST JAKOB HOMBERGER

Nach dem Tod von Johannes Rauschenbach-Schenk übernimmt der Schaffhauser Industrielle Ernst Jakob Homberger das Unternehmen. In dieser Epoche der Unternehmensgeschichte erblicken zwei Uhrenfamilien das Licht der Welt, die bis heute zu den Legenden gezählt werden. Die erste Spezialuhr für Flieger begründet die Tradition der Fertigung von Fliegeruhren in Schaffhausen, die dank ihres unverwechselbaren Designs noch heute weltweit beliebt sind. Als portugiesische Importeure eine Serie von grossen Armbanduhren mit hochpräzisen Taschenuhrkalibern in Auftrag geben, verlassen die ersten Modelle der Portugieser-Familie die Werkstätten von IWC.

Geschichte

1905

1905

Nach dem Tod von Johannes Rauschenbach-Schenk übernimmt Ernst Jakob Homberger im Auftrag der Rauschenbach-Erben die Geschäftsführung von IWC.

1915

1915

Die neuen Kaliber 75 (ohne Sekunde) und 76 (mit kleiner Sekunde) sind die ersten Uhrwerke, die IWC speziell für Armbanduhren entwickelt.

1929

1929

Ernst Jakob Homberger übernimmt die Unternehmensanteile seines Schwagers C. G. Jung und wird damit zum Alleininhaber von IWC.

1931

1931

IWC fertigt elegante rechteckige Uhren mit dem neu entwickelten tonneauförmigen Kaliber 87.

1936

1936

IWC bringt ihre erste Spezialuhr für Flieger auf den Markt. Die Uhr verfügt über eine Drehlünette mit spitz zulaufendem Zeiger zur Markierung der Abflugzeiten. Das Modell ist ausserdem mit einer antimagnetischen Hemmung ausgestattet.

1939

1939

Dies ist das Geburtsjahr der Portugieser-Uhr – zwei portugiesische Importeure geben eine Serie von grossen Armbanduhren mit äusserst ganggenauen Taschenuhrkalibern in Auftrag.

1940

1940

Als Reaktion auf die bestehende Nachfrage entwickelt IWC die Grosse Fliegeruhr (Kaliber 52 T. S. C.) mit zentralem Sekundenzeiger.

 

 

ALBERT PELLATON KOMMT ZU IWC

Die Nachkriegsjahre sind durch den vermehrten Gebrauch von Technik im Alltag der Menschen geprägt. Immer mehr technische Geräte erzeugen Magnetfelder, die die Ganggenauigkeit mechanischer Uhren beeinträchtigen können. Genau in dieser Zeit übernimmt Albert Pellaton die technische Leitung von IWC Schaffhausen. Zu seinen Erfindungen gehören das äusserst ganggenaue Kaliber 89 sowie das Weicheisen-Innengehäuse, das Uhrwerke gegen Magnetfelder abschirmt. Er entwickelt auch einen hocheffizienten bidirektionalen Klinkenaufzug, der unter dem Namen Pellaton-Aufzug zu Berühmtheit gelangt.

Geschichte

1944

1944

Die W. W. W. von IWC kommt auf den Markt – eine neue Armbanduhr für den Einsatz bei der britischen Armee. Die auf dem Gehäuseboden eingravierten Buchstaben W. W. W. stehen für «Watch, Wrist, Waterproof», die königliche Pfeilspitze dient als Eigentumskennzeichnung. Albert Pellaton, Jahrgang 1898, übernimmt die technische Leitung von IWC.

1946

1946

Pellatons erste Konstruktion, das Kaliber 89, verfügt über einen zentralen Sekundenzeiger und überzeugt durch eine herausragende Ganggenauigkeit.

1948

1948

IWC führt die Fliegeruhr Mark 11 mit dem Kaliber 89 ein. Ihr Weicheisen-Innengehäuse bietet einen ungewöhnlich hohen Schutz vor Magnetfeldern.

1950

1950

Das Kaliber 85 von Albert Pellaton verfügt über den ersten automatischen Aufzugsmechanismus von IWC. Der innovative Klinkenaufzug ersetzt das herkömmliche Wechselgetriebe und ist zur damaligen Zeit eine patentierte Eigenentwicklung von IWC.

 

 

HANS ERNST HOMBERGER ÜBERNIMMT DIE UNTERNEHMENSLEITUNG

In dem Jahr, in dem Hans Ernst Homberger die Leitung von IWC übernimmt, kommt die erste Ingenieur auf den Markt. Ihr schlichtes, rundes Design ist seitdem wiederaufgegriffen worden und heute das Markenzeichen dieser sportlich-eleganten Uhrenfamilie. Einige Jahre später bringt IWC die Aquatimer als Neuheit auf den Markt und schreibt damit das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte von Taucheruhren aus Schaffhausen, die noch heute fortgesetzt wird. Das Unternehmen spielt ferner eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des ersten in der Schweiz hergestellten Quarzwerks Beta 21, das sein Debüt in der ersten Da Vinci mit ihrem charakteristischen sechseckigen Goldgehäuse feiert.

Geschichte

1955

1955

Hans Ernst Homberger übernimmt die Manufaktur als letzter privater Eigentümer. Die Ingenieur mit Automatikaufzug kommt auf den Markt.

1959

1959

Mit dem Kaliber 44 entwickelt IWC ihr erstes Automatikwerk für Damen.

1967

1967

Die Aquatimer begründet die Erfolgsgeschichte von IWC in der Entwicklung und Fertigung von Taucheruhren. Mit einer unerreichten Wasserdichtheit bis 20 bar eignet sich dieses Modell perfekt für den professionellen Einsatz unter Wasser. Die Yacht Club Automatic wird auf der Baseler Uhrenmesse präsentiert.

1969

1969

IWC ist an der Entwicklung des Quarzwerks Beta 21 – eines Armbanduhrkalibers mit Quarzsteuerung (Frequenz 8192 Hertz) – beteiligt. Diese Entwicklung markiert eine Revolution in der Uhrmacherei. Die Da Vinci verfügt als erste Armbanduhr von IWC über das neue Quarzwerk Beta 21.

1976

1976

Mit der neuen Ingenieur SL schreibt IWC die Tradition der Ingenieur-Familie fort.

1977

1977

Mit dem Kaliber 9721 präsentiert IWC ihre erste Taschenuhr mit Kalender und Mondphasenanzeige. IWC beginnt mit der Entwicklung ihrer Komplikationen. Dazu gehört eine Reihe von komplizierten Taschenuhren, die zum Teil skelettiert sind.

 

 

DIE ÄRA VON VDO ADOLF SCHINDLING

Auf dem Höhepunkt der Quarzkrise konzentriert sich IWC bewusst auf die Erschaffung von Meisterwerken der Uhrmacherkunst. Mit dem weltweit ersten Uhrengehäuse aus Titan legt das Unternehmen den Grundstein für seine beispiellose Expertise im Materialbereich. Mitte der 1980er-Jahre feiert der ewige Kalender von Kurt Klaus sein Debüt in der Da Vinci-Familie. Nach sieben Jahren Entwicklungszeit bringt IWC ihre erste Grande Complication auf den Markt und erreicht damit den Zenit der Haute Horlogerie. Anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens legt IWC die bis dahin komplizierteste mechanische Armbanduhr der Welt vor: «Il Destriero Scafusia».

Geschichte

1978

1978

In Kooperation mit dem Designer F. A. Porsche entsteht die erste Armbanduhr mit integriertem Kompass. Im selben Jahr wird IWC vom deutschen Instrumentenbauer VDO Adolf Schindling AG übernommen.

1980

1980

IWC produziert den weltweit ersten Chronographen in einem Titangehäuse, entworfen von F. A. Porsche. Das Savoir-faire der Titanverarbeitung eignet sich IWC im Wissensaustausch mit Aérospatiale und anderen führenden Technologieunternehmen an.

1982

1982

IWC bringt die äusserst widerstandsfähige Taucheruhr Ocean 2000 aus Titan und mit einer Druckfestigkeit bis 200 bar heraus.

1986

1986

Als neuen Gehäusewerkstoff verwendet IWC erstmals Zirkonoxid, eine kratzfeste sowie abrieb- und verschleissfeste Keramik.

1990

1990

Dieses Jahr markiert einen Quantensprung in der Haute Horlogerie. Die Grande Complication fürs Handgelenk erscheint mit einer Vielzahl von Funktionen – einem Chronographen mit ewigem Kalender, Minutenrepetition und Mondphasenanzeige. Die Entwicklung dieses Meisterwerks nahm sieben Jahren in Anspruch.

1994

1994

Die Fliegeruhr Mark XII bewahrt die Tradition der legendären Mark 11.

1995

1995

Anlässlich des 10. Geburtstags der automatischen Da Vinci Chronograph präsentiert IWC die Da Vinci als Schleppzeigerchronographen mit zehntem Zeiger. Ein weiteres Modell ist die Portugieser Chronograph Rattrapante, ein Chronograph mit grossem Kaliber und Schleppzeiger. Auch die dritte Neuheit ist eine Sensation: die Portugieser Minutenrepetition.

 

 

DIE RICHEMONT-ÄRA

Als IWC Teil von Richemont wird, erweitert das Unternehmen seine sechs Uhrenfamilien kontinuierlich um Meisterwerke von höchster technischer Präzision und exklusivem Design. In der Portugieser-Familie wird dem ewigen Kalender eine Doppelmondanzeige hinzugefügt, während dieselbe Komplikation in der Da Vinci-Kollektion erstmals eine digitale Anzeige von Datum und Monat aufweist. IWC führt den Aussen-Innen-Drehring für die Aquatimer ein und bringt ihre erste Armbanduhr mit Bronzegehäuse auf den Markt. Der Jahreskalender zeigt Monat, Datum und Wochentag im US-Format an – eine Hommage an den US-amerikanischen Gründer der Manufaktur.

Geschichte

2000

2000

Mit dem extragrossen Kaliber 5000 mit 7-Tage-Werk, Anzeige der Gangreserve und automatischem Pellaton-Aufzug entwickeln die IWC-Konstrukteure ein eigenes Kaliber für grosse Armbanduhren. IWC wird von Richemont übernommen.

2001

2001

Günter Blümlein (1943–2001), u. a. Verwaltungsratspräsident von IWC, war eine herausragende Persönlichkeit, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nahm.

2002

2002

Auf dem Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) in Genf stellt IWC die Grosse Fliegeruhr mit 7-Tage-Werk, automatischem Aufzug sowie Gangreserve- und Datumsanzeige vor und knüpft so an die hauseigene Tradition der Grossen Fliegeruhr an.

2003

2003

Die Portugieser Perpetual Calendar mit dem neu entwickelten ewigen Kalender und der exklusiven Hemisphären-Mondanzeige ist ein weiteres Zeugnis der Innovationskraft von IWC. Ein weiteres Highlight ist die neue Fliegeruhrenfamilie Spitfire.

2010

2010

IWC bringt mehrere neue Uhrenmodelle in der Portugieser-Linie auf den Markt. Zum ersten Mal in der Geschichte kombiniert die Portugieser Tourbillon Mystère Rétrograde das fliegende Tourbillon mit einer zurückschaltenden Datumsanzeige. Während die Grande Complication ihr Debüt in einem Portugieser-Gehäuse gibt, verleiht die Portugieser Yacht Club Chronograph der Uhrenfamilie einen unverwechselbar sportlichen Touch. Die Da Vinci Chronograph Ceramic mit einem Gehäuse aus extrem widerstandsfähiger Hightechkeramik und Titan verfügt über einen faszinierenden tiefendimensional gestalteten Minutenkreis, der über dem Zifferblatt zu schweben scheint.

2011

2011

Die klassisch-elegante Portofino-Uhrenfamilie kombiniert Schweizer Präzision mit italienischer Lebenslust in neuem Gewand. Das Flaggschiffmodell der Kollektion ist die Portofino Handaufzug Acht Tage mit dem neuen IWC-Manufakturkaliber 59210. Die Kombination aus Titangehäuse, Kautschukarmband und Schleppzeiger macht die Ingenieur Doppelchronograph Titan zu einer Bereicherung der Ingenieur-Uhrenfamilie. Bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Cerro Paranal in Chile präsentiert IWC im August die komplizierteste und exklusivste mechanische Armbanduhr, die jemals in Schaffhausen gefertigt wurde: die Portugieser Sidérale Scafusia. Sie verfügt über ein patentiertes Konstantkraft-Tourbillon mit zahlreichen Komplikationen sowie über individuell berechnete astronomische Anzeigen. Jede Uhr ist ein unverwechselbares Unikat und wird exklusiv auf Bestellung gefertigt.

2014

2014

Einführung der neuen Aquatimer-Generation mit einem innovativen Aussen-Innen-Drehring. Diese Funktion vereint die Vorteile eines Innendrehrings mit dem höheren Bedienkomfort eines aussen liegenden Drehrings. Mit dem neuen digitalen ewigen Kalender, dem mechanischen Tiefenmesser und der sensationellen Druckfestigkeit bis 200 bar erreicht die Uhrenfamilie den Zenit der Haute Horlogerie. Ausserdem verwendet IWC hier für ein Uhrengehäuse erstmals Bronze, ein Material mit einer ganz besonderen Strahlkraft.

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